Band 
Vierter Theil.
Seite
329
JPEG-Download
 

Z29

Dritte Abhandlung.

verbanden sich mit derselben, so bald sie das Jochder Kaiser abschütteln wollte; und die Päbste, diedas Ansehen der Kaiser in Italien zu Grunde zurichten wünschten, unterstützten die Verbindungender Fürsten und der Bischöfe. Gregorius der Vll.vergiftet und erweitert diese Trennungen: er be-hauptet die Unabhängigkeit des Römischen Stuhls,er wirft sich zum Richter und Befehlshaber derKaiser auf, er verbeut Heinrich dem IV. die Er-nennung zu Bisthümcrn, und die Investitur derBischöfe mit dem Ringe und Bischofsstäbe; erthut den Kaiser in den Bann; der Kaiser setzt denPabst und der Pabsi setzt den Kaiser wieder ab,er zwinget ihn ihm endlich zu Füssen zu fallen, ei-ne harte ehrlosmachende Kirchcnbuße zu thun,undum Vergebung zu bitten, die er mit dem schimpf-lichsten Opfern erkaufen muß. Heinrich der IV.will sich rächen, aber zu spät; er belagert denPabsi in der Engelsburg; er macht Gegenpäbste,er setzt Italien, aus Rachgier, in die äußersteZerrüttung, aber er kan die Verwirrungen im Rei-che nicht heben. Rom und die deutschen Bischö-fe machen ihm so wohl, als seinem Sohne, beständigdas Recht streitig, Bischöfe und Aebtc zu ernen-nen: und endlich war ein feyerlicher Verzicht Hein-richs des V. auf dieses Ernennungsrecht, und ei-ne unbedingte Befreyung der Länder des Römi-schen Stuhls im Jahre 1122. das Ende diesesgroßen Streits.

Also schlugen die Maasregcln, die die Kai-ser zur Wiederherstellung ihrer Macht in Deutsch-

X ; land,