z68 Vierte Abhandlung.
Die Lage von Navarra machte dieses Land fürdie Könige von Spanien und Frankreich ungemeinwichtig. Navarra ist eines Theils, in Absicht !auf die Pirenäifchen Gebirge eben das, was dieStaaten des Herzogs von Savoyen, in Absichtauf die Alpen sind: jenes ist ein Schlüssel zu Spa-nien, fo wie Savoyen und Piemonk als Schlüsselvon Italien angesehen werden können. Es scheint !natürlicher Weise eine Provinz der SpanischenMonarchie auszumachen: und nachdem Ferdinandder Catholische und die Königinn Isabelle auch dieverschiedenen Theile dieser Monarchie wieder ver-einiget hatten, vergaßen sie nicht einen Augenblickdes Entwurfs, sich gleichfals von Navarra Mei-ster zu machen: und niemals fehlte es ihnen an ei-nem Vorwande, bald diesen, oder jenen benach-barten Platz von Arragonien, und bald ganzeLändereyen in Anspruch zu nehmen. Johannd'Albrek sahe kein anderes Mittel sich zu rathen,als Frankreich um Beystand anzusprechen: unddiesen gefährlichen und selbst unglücklichen Bey-stand mußte man ihm leisten.
Im Jahre 1512. machte sich Ferdinand dieheftigen Mishelligkeiten, die zwischen Ludwig demXII. und dem Pabsie Julius dem II. herrschten, zuNutze, um sich, bey dieser Gelegenheit, des Kö-nigreichs Navarra zu bemächtigen. Er sahe zumVoraus, daß dieser Fürst, um ihm widerstehenzu können , sich in die Arme des Königs von Frank-reich werfen würde, und eben dich war es, was<r wünschte. -
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