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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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Tempel am Forum etc.; Tempel der Marciana.

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verziert. Unvergleichlich in ihrer Art ist die Innensicht der Decke desDorticus; die Querbalken mit einfacher Miianderverzierung , die asnetten dagegen mit reichprofilirter Vertiefung, aus welcher mächtigeEosetten niederschauen.

Es folgen die drei Säulen am Forum, frlllier als Tempel»des Jupiter Stator, jetzt bis auf Weiteres als Tempel der Minervabenannt ') Eie Capitäle sind noch immer scliön, doch nicht mehr von«lern Lebensgefühl durchdrungen wie die oben erwähnten; der Arclii-trav hat schon eine stark verzierte Untenseitc und im mittlein seinerdrei Länder eine BUitterreihe. Pie obern Tlieilc des Gebälkes dage-gen verdienen ihren Ruf vollständig.

Xu rein für die Zeit des Restaurators Septimius Severus und zuunrein für das Jahr der ursprünglichen Erbauung (12 v. Ch.) sind diedrei Säulen am Abhang des Capitols gebildet, welche (liebEcke des Saturnstempcls ausmachten. (Früher als Jupiter tonans be-nannt). Pie Capitäle sind noch sehr schön, haben aber bereits eineBlätter Verzierung an der Deckplatte, deren Function nur ein einfachesProfil verlangt und ertrügt. An der Vorderseite ist, wie bei melirernKaiserbauten, der Organismus des Gebälkes einer grossen Inschriftaufgeopfert, mit welcher moderne Baumeister Aelinlichcs zu rechtfer-tigen glaubten. Zwischen den Säulen sind, der steilen Lago wegen,Stufen angebracht, die den Anschein eines Picdestals hervorbringen.

Schon eine beträchtliche Stufe niedriger stellt der T entfiel derSchwester Trajans , Marciana, die jetzige römische Dogana di terra 2 ); cder Architrav ist bloss zweitheilig, der Fries convex, das Zwischen-glied zwischen beiden sehr schwer, die Untenseitc des Arcliitravs mitnichtssagenden Ornamenten bedeckt. (Das Obergesimse scheint der-massen modern überarbeitet, dass wir kein Urtheil darüber haben. PieAnsicht von der Seite, den eilf Säulen entlang, ist belehrend fiir die

} Die allcrncustc Benennung: T. des Gastor und Pollux.

P Früher liiess das Gebäude: Tempel des Antoninus Pius , und wäre demnachetwa unter Marc Aurel erbaut gewesen. Ich kenne die archäologischen Gründe*«r die jetzige Benennung nicht, glaube aber, dass die frühere besser zumStyl des Gebäudes passte. Für Trajans Zeit sind die Formen wohl schon711 Hau und ausgeartet. Vielleicht wurde der Tempel wohl zur Ehre Mar-cia.ua s, aber erst lange nach ihrem Tode gebaut.