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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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Pompejanischc Scenographie.

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es sich nicht anders; im Tepidarium der Thermen von Pompeji »'erfolge man z. B. den grossen weissen Rankenfries, und man wird‘ie sich entsprechenden Pflanzenspiralen (je die vierte) jedesmal ab-weichend und frei gebildet finden. (Das kleine Gesimse unten daranscheint allerdings einen sich wiederholenden Model zu verrathen, daUer l *' e Anfertigung von freier Hand eine gar zu nutzlose Quälereigewesen wäre.) Die Künstler aber, um die es sich hier handelt,

Waren blosse Handwerker einer nicht bedeutenden Provincialstadt. Sie'abon ganz gewiss diese Fülle der herrlichsten Zier-Motive so wenigerfunden als die bessern Figuren und Bilder, die sie dazwischen ver-alten. Ihre Fähigkeit bestand in einem unsäglich leichten, kühnen.schönen Rccitiren des Auswendiggelernten; dieses aber war einC'l des allvorbrciteten Grundcapitals der antiken Kunst.

Eine solche Decoration konnte allerdings nur anfkommen bei derauweise ohne Fenster, die uns in Pompeji so befremdlich auffällt.lp -se Malerei verlangte die ganze Wand, um zu gedeihen. Weniges^ n d einfaches Hausgeriith war eine weitere Bedingung dazu. Wer imA erden etwas Ähnliches haben will, muss schon einen Raum beson-1 ®rs dazu eim.jßht-gj, un( j a p Bon Beben Comfort daraus weglassen.

■^er Inhalt der Zierrathen ist im Ganzen der einer idealen per-spechvischen Erweiterung des Raumes selbst durch Architekturen,

Unf t einer damit abwechselnden Beschränkung durch dazwischen ge-setzte Wandflächen, die wir der Deutlichkeit halber mit unsern spani-en Wänden vergleichen wollen. An irgend eine scharf consequenterc lfiilirung der baulichen Fiction ist nicht zu denken; das Allge-eine eines wohlgefälligen Eindruckes herrschte unbedingt vor.

Die Farben sind bekanntlich (zumal gleich nach der Auffindung)

^ >r derb: das kräftigste Roth, Blau, Gelb etc.; auch ein ganz unhe-r tu CS ^ c ^*warz. Auf eine dominirende Farbe war es nicht abgesehen;j, e > violette, griinc Flächen bedecken neben einander dieselbe Wand.

ügleich auffallender ist, dass man durchaus nicht immer die dunk-e . 11 vTüehen unten, die liellern oben anbrachte. Eine Reihe von Stücken6r se h r schönen Wand (Museum dritter Saal links) beginnt unten bUnd. e * nem S e fi>cn Sockel, fährt fort mit einer hoehrothen Hauptflächede- oben mit einem schwarzen Fries; freilich findet sich an-

^ärts auch das Umgekehrte.