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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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Christliche Architektur. Basiliken.

Es wurde bereits erwähnt, dass die christliche Kirchenbaukunstmehr oder weniger sich dem Vorbild der heidnischen Basiliken an-schloss und die von den Tempeln genommenen Säulen zum Bau ihresInnern heniitzte. Die grossen Modificationeu, welche den eigentliüm-liclien Werth der christlichen Basilica ausmachen, sind kurz folgende.

1) Das Innere der heidnischen Basilica war ein zwar länglicher,aher auf allen vier Seiten von der Säulenhalle umgebener Raum oder(unbedeckt gedacht) Ilof; in der christlichen Kirche wird derselbe zueinem bedeckten Mittelschiff, und die Halle zu zwei oder vier Seiten-schiffen, während die Fortsetzung der Halle auf den Schmalseiten (vornund hinten) wegfiilit oder nur vorn und dann in veränderter Bedeu-tung, als innere Vorhalle, sich behauptet.

2) Die grosse hintere Nische (Apsis, Tribuna), einst durch die da-vor hinlaufende Halle theilweise dem Auge entzogen, wird jetzt ge-radezu das Ziel aller Augen, indem sich darin oder zunächst davorder Altar erhebt. Die Längenperspective wird damit das Lebensprin-cip der ganzen Basilica und damit der meisten abendländischen Kirchenüberhaupt.

3) In den wichtigem Basiliken entsteht vor der Nische ein Quer-schiff von gleicher oder fast gleicher Höhe mit dem Hauptschiff, zurAufnahme bestimmter Classen von Anwesenden (Geistliche, Beamte,Matronen etc.). Ein besonderer grosser Bogen (der Triumphbogen)auf Säulen bildet den Übergang aus dem Hauptschiff ins Querschiff.

4) Die Errichtung eines obern Stockwerkes, in den heidnischenBasiliken beinahe Regel, wird hier zur Ausnahme (S. Agnese, S. Lo-renzo fuori le mura, SS. Quattro Coronati in Rom ). Die Obermauer