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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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91
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Spätere Baptisterien. 91

nahe dabei stand, gewöhnlich zu Grunde. Es mögen hier noch einige

der spätem und spätesten genannt werden:

Dasjenige am Dom von Torcello (1008), einfaches Octogon.a

(Der Dom selbst eine schlichte Basilica.)

Vor dem Dom von Novara ein Baptisterium, das wie so manchebBauten dieser Gegend wohl mit Unrecht in die alte Langobardenzeitversetzt wird; unten, wenn ich mich recht entsinne, Nischen ringsum.

Eines beim Dom von Asti , mit engem Mittelbau und breitem cDmgang. (XI. Jahrhundert.)

Neben der Hauptkirche von Cliiavenna ein für uralt gelten es,tthenveisstes Achteck.

Ein Baptisterium war auch die Rundkirche mit Umgang, " eiche cletzt zu S. Stefano in Bologna gehört. Der Complex von siebenKirchen, welche hier in verschiedenen Zeiten zusammen gebaut wor-den sind, bietet dem Alterthumsforscher ein so angenehmes Problem,dass wir demselben die Freude der eigenen Entdeckung in Betreff derBaufolg e nicht stören wollen. Irgend einen besondern architektonischen°der auch malerischen Werth haben diese geringfügigen Gebäude nicht.Dem ersten Jahrtausend gehört nur das besagte Baptisterium an; das-selbe erhielt aber im XII. Jahrhundert durch ein eingebautes heiligesDrab eine neue Bestimmung, musste im Verlauf der Zeit durch Bac -ateinsäulen (die man neben die alten Marmorsäulen stellte) gestütz''erden, und verlor vor etwa 50 Jahren die lezten Reste seiner alteninnern Kuppelbemalung. Ein oberer Umgang ist längst vermauert und'sichtbar. _ Ein kleiner anstossender Klosterhof ist nur durch dieormwidrigkeit seiner untern Stützen interessant.

Das Baptisterium von Padua , runder Oberbau auf viereckigemfutersatz; XII. Jahrhundert, von hübscher Wirkung.

Das Baptisterium von Cremona (1107). s

Während bei den bisher genannten die äussere Decoration höch-tous ans den einfachen Wandstreifen und Bogenfriesen des romani»chenStyies besteht, so macht das achteckige Baptisterium von Parma hta'lv Kill. Jahrhundert) einen Übergang in <B e plastische De-niii U .' U1 V'' ve '^ < toscanischer Wandflächen. Nur ist der Versuchdariib anclb ° 8en am untern Stockwerk und fünf Reihen WandsäulchenCr nüchtern und snielend zugleich ausgefallen. Das Innere