Buch 
Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
Entstehung
Seite
117
JPEG-Download
 

San Marco in Venedig .

117

®6iner Macht (um 1500) wohl gehütet, es etwa durch eine Renaissance-ersetzen. Sanct Marcus war Herr und Mittelpunkt der Stadt, des

kirche zu

Staates,

der Flotten, die auf allen Meeren fuhren, der fernsten Colonien

Eactoreien; geheimnissvolle Bande walteten zwischen dem ganzen

Mchti,

und

' ve netianischen Dasein und diesem Bau. In den fünf letzten Jahrhun-® r ten ist Niemand mehr darin begraben worden; es hätte geschienen,

9 dränge sich ein Einzelner in dem Raume vor, der allen gehörte.le ein Z ig e Ausnahme, zu Gunsten des Cardinals Giov. Batt. Zeno,urde gemacht als die Kunstbegeisterung einen Augenblick stärkerar Ms jede andere Rücksicht (1505—1515).

■Kein als Bauwerk betrachtet, ist S. Marco von Aussen ziemlichltig und ungeschickt. Die Kuppeln heben sich in der Wirkung ge-siebt aU ^’ C ^ e Fassade ist die unruhigste und zerstreuteste die es> 0 ' m e wahrhaft herrschende Linien und ausgesprochene Kräfte,grii GrS vei 'd"lt es sich mit dem Innern. Man wird dasselbe vor allemer Anden , als der Eindruck des Äussern erwarten liess, trotz derVp^^ng mit Mosaiken auf Goldgrund, die sonst ein Gebäude eherne ein ert und trotz der Aussenhalle , welche für den Effect des In-ru j l( _ nat hrlich in Abrechnung kömmt. Diese scheinbare Grösse be-s e auf den einfachen, gar nicht (wie am Äussern) in kleine Motivegl e j c h 8a ertei1 Hauptformen; die Mittelräume sind wirklich gross undändere ^ aUS ^ inem Stück, die Nebenschiffe versprechen eine bedeu-^v ä h re AUSlk ' ,mun g- a ^ s sie ‘ n der Tliat besitzen. Auch die Kuppelnt, en hier eine Bereicherung der Perspective und eine scheinbare

t gediegen e T*racW»

Erweiterung des Raumes. Sodann macht ' ^ -Einfachheit, immer

Bämmtlicher Baustoffe, hier im Dienste g ^ die lürch6 erst nn

e »e grosse Wirkung. Ihr jetziges Hau P des südlichen Quer-

Jahrhundert, durch das grosse u . , ^rt ziemlich dunSchiffes erhalten; Uicr war sie „ach'^“"^er Laml?enhc-

Eel; die wichtigsten Gottesdienste gingen w Wirkung ist al>er

leuchtung vor sich—Noch grösser als die ba UeW ingshau der

die malerische im engem Sinn, welche S. Marc ell eimnissvollen

rchitekturmaler gemacht hat. Sie beruht an a11 f der gedämmt"

urchblicken mit scharfabwechselnder Belenc n g i

’) Die

Enkeln ’

ei 8enthü mlicli ^ färben des meisten Steinwerkes wären reflexlos ohne diepiegelgiätte der Flächen desselben.