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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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Romanische Architektur. Kirchen von Verona.

derliche Decoration, noch romanisch gedacht, aber in bereits gothiscb®®Formen, aus dem XIII. Jahrhundert.

Vielleicht der edelste romanische Bau Oheritaliens ist die schö® eaKirche S. Zeno in Verona , die in ihrer jetzigen Gestalt 1139 h®'gönnen wurde. In der Fassade spricht sich früher als sonst irgend ^ 0die Neigung zum Schlanken und Strebenden aus, nicht bloss durc^die verticalen Wandstreifen, sondern noch deutlicher durch die Unte rOrdnung der horizontalen Galerie, tvclche von jenen durchschnitt el1wird statt sie zu durchschneiden. Das Innere ist eine unverken»'bare Vorstufe desjenigen von S. Miniato; eine Basilica abwechselnauf Säulen und Pfeilern; Uber letztem sollten sich oben grosse Bog plJals Mitträger eines Sparrendaches wölben; allein sie wurden nur tib eizwei Pfeilern ausgeführt, indem beim weitern Verlauf des Baues ein 6Erhöhung der Obermauer und ein Holzgewölbe sie unnütz machte 11 'Die Crypta ist hoch und ausgedehnt, wie in den meisten oberitalisch el1Hauptkirchen dieser Zeit. Die Capitäle der Säulen scheinen fast all eim Mittelalter nach antiken Vorbildern gemeisselt, die hintersten mode rnisirt. (Antik: vielleicht das vorletzte rechts.) Die Bildung des P etails ist durchweg ziemlich streng und gut. (Das Innere von S.niato ist unläugbar schöner: je zwei Säulen zwischen den Pfeiler 11statt bloss einer oder zweien, so dass 1 die Pfeiler mit ihren Bog c11grosse Quadrate abschliessen; eine geringere Länge und eine nicht blo sSrelativ, sondern auch (wenn wir nicht irren) absolut grössere Bre 1 * 6des Mittelschiffes; endlich eine vollständige Durchführung derjenigeBedachung, welche in S. Zeno beabsichtigt und wieder aufgegeb 611wurde.) Der anstossende Klosterhof mit einem eigenthümlichen A llShau ist gleichzeitig mit der Kirche.

Die übrigen alten Basiliken Veronas , welche wir hei dies 151 * 1Anlass nachholen, zeigen einige interessante Eigenthümlichkeiten-I) hat S. L o r e n z o ein oberes Stockwerk von Galerien und aussen 8,1der Fassade zwei antik scheinende Rundthiirme. Das Innere, abwech'selnd Pfeiler und Sänlen, letztere zum Theil mit antiken CapitäF 11gehört doch wohl erst unserm Jahrtausend an; das Tonnengewö^cvielleicht ursprünglich. S. Zeno in Oratorio, zwar klein 1111gedrückt, doch nicht sehr alt, mit einem Kuppelchen vor der Trib®®*d In S. Maria antica haben nur noch die Säulen ihre ursprünS