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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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Gothische Architektur.

Da der Maasstab, nach welchem wir verfahren, nicht der d efhistorischen Merkwürdigkeit, sondern der des bestimmten Stylbild ® 9ist, so müssen hier eine Menge Gebäude unentschiedener, disharmo® 1 'scher Bildung ungenannt bleiben. Italien ist ganz besonders reich a ®wunderlich zusammengeflickten, theilweise aus alten Resten, theihvei 9 ®aus Zubauten aller Jahrhunderte bestehenden Kirchen; die Untersche 1 'düng dieser verschiedenen Bestandtheile könnte ganze Abhandlung 611erfordern, ohne dass das künstlerische Verlangen dabei die gering®*®Nahrung fände. Wir beschränken uns auf eine allgemeine Benict'kung, welche bei der Altersbestimmung vieler Gebäude zum Leitfadc®dienen kann: noch während der ganzen Herrschaft des germanisch ® 11oder gotliischen Baustyls in Italien (XHI. und XIV. Jahrhundert) wurd®unaufhörlich, zumal bei kleinern und entlegenem Bauten, an dem Rund'bogenstyl aus Gewohnheit festgehalten. Da man ferner selbst an Haupt'bauten dem gothischen Styl sein echtes Detail nur mit Widerstrebe 11und Missverstand abnahm, so bildete sich überhaupt keine so kennt'liehe, bis in das geringste Gesims, Blatt oder Tliürmchen Charakter 1 'stische Formation aus, wie in der nordischen Gothik. Rechnet ma®hinzu, dass die Italiener, selbst wo sie das Meiste beibehielten, dochden Spitzbogen bald wieder aufgaben, so wird es nicht mehr befrei®'den, wenn ihre Kirchen des XIV. Jahrhunderts bisweilen von vi®*frühem nur unwesentlich oder fast gar nicht abweichen.

Das Eindringen der germanischen oder gothischen Eaufof'men aus dem Norden war für die italienische Kunst ein Schicksal»ein Unglück, wenn man will, doch letzteres nur für die Ungeschickte®»die sich auch sonst nicht würden zu helfen gewusst haben. W®®®man z. B. am Baptisterium von Florenz das Xni. Jahrhundert auf de ® 1besten Wege zu einer harmonischen Schönheit in antikisirenden F® f 'men findet, so wird man sich auch bald überzeugen, dass unter d® fkurz darauf eingedrungenen gothischen Zierform das Grundgefühl ®®*verletzt blieb und sich gerade unter dieser Iliille auf das Herrlich ^ 6ausbildeto.