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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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Gothische Architektur. Herzogthum Mailand .

angehören. Dieselbe ist das nächste Vorbild, zugleich das Geripp d efMailänder Fassade. Das Innere hat dicke Rundsäulen mit weitg e 'a spannten Bogen, ist übrigens total verkleistert. An S. Maria * 11Strata zu Monza ist die einzig erhaltene obere Hälfte der Fassad eein wirklicher und höchst eleganter Backsteinbau.

1 ) In Mailand geben die gothischen Tlieile von S. Maria deG eGrazie Fassade und Schiff den mittlern Durchschnitt lombar-discher Kirchen dieses Styles. (Sonstige gothische Kirchen in Meng e iceine der grössten S. Eustorgio, eine der edelsten S. Simp 1 iciand Der sehr elegante Thurm von S. G o 11 a r d o (am kaiserlichen P a 'last), aus Stein und Backstein gemischt, giebt mit Ausnahme der Spü 9 'bogenfriese kein einziges Motiv, welches nicht schon im romanisch eI1Styl vorkäme. Achteckig; die Ecken so leicht als das Übrige,c S. Francesco zu Pa via zeigt bei einer tollen, schachbrettarti-gen Verzierung der Fassade doch ein gewisses Gefühl für bedeutend 6

Wirkung.

f Der Dom von Como ; die altern Theile, von einem im Jahr 13^begonnenen Bau, gehören zur besten lombardischen Gothik; die Pf e1 'ler ungleich besser gebildet, ihre weite Stellung) italienischer als i 1 * 1Dom zu Mailand . Die Fassade, eine der wenigen in der Mitte be-deutend erhöhten, hat auch sonst wohlthuende Verhältnisse, aber ein 6spielende Decoration. (Auflösung der Wandpfeiler in Kästchen u 1 **Sculpturen etc.) Querschiff und Chor 1513 von Tommaso Rodari be*'gefügt, sind von trefflichster Renaissance. S. unten. In dieser 2®**wurden auch die Aussenseiten und Strebepfeiler des Langhausescrustirt; die Spitzthürmchen der letztem eine höchst zierliche Üb® rSetzung aus dem Gothischen in die Renaissance. (Ähnliches besoüders an französischen Kirchen dieser Zeit, S. Eustache in Paris

g Die berühmte Certosa von Pa via, in demselben Jahr 139G v0l)Marco di Campione begonnen, hat dieselben Vorzüge vor dem D 0 1 *von Mailand ; schlanke, edelgebildete Pfeiler von weiter Stellung. P etIlauptnaclidruck liegt indess auf der Fassade, welche die prächtig 9 * 6

O Die beiden ersten Intervalle sind noch eng, so dass die Nebenschiffe hier

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regelmässige Quadrate zerfallen wie im Dom von Mailand . Erst vom dnIntervall an beginnt die Schbnräuinigkeit im Sinne des Italienisch - Gothisc