Buch 
Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
Entstehung
Seite
154
JPEG-Download
 

154

Gothischer Profanbau. Oberitalien .

a Ebenso derjenige in Bergamo , dessen offene untere Halle ^Pfeilern und (innen) auf Saiden ruht.

In Parma und Modena nichts von Belang.

Dagegen besitzt Bologna eine Anzahl von Denkmälern, welch 6die oberitalische und die toscanische Weise zu einem merkwürdig 611b Ganzen vereinigen. Vor Allem ist die Loggia de Mercab* 1(oder la Mercanzia) ein sehr schönes Beispiel gothischen Backstein'baues, angeblich vom Jahr 1294, doch wohl ein Jahrhundert neu 61,und vielleicht von der Loggia de Lanzi in Florenz (s. unten) bedingtDer Sinn ist wesentlich ein anderer: es sollte die Fronte einervon Börse und Handelsgerichtslokal werden. Das Material lud da* 1 *ein, die Pfeiler als reiche Säulenbündel zu construiren; anderere!* 3hängt damit die zaghafte Bildung des Hauptgesimses zusammen. Bi» 6

empfindliche Disharmonie liegt darin, dass (dem mittlern Baldach 1 ®zu Liebe) die Fenster nicht auf die Mitte der beiden untern Spitzbo'gen kommen. (Die Seitenfronten modern.)

Den Eindruck einer jener grossen Familienburgen des Mittelaltcf 9cgiebt, ebenfalls im Backsteinbau, am ehesten der Palazzo Pep 0 * 1wo ausser den reichprofilirten gothischen Thorbogen noch ein gew»l'tiger Hof mit Hallen an der einen Seite und vorgewölbten Gängen ^den drei übrigen erhalten ist. Nimmt man den zierlichem Hof d cSd Hauses Nr. 373 hinzu, so vervollständigt sich einigermassen dasdes bolognesisclien Privatbaues im XIV. Jahrhundert. Das riesig 6«Schloss, welches jetzt P alazzo Ap o stolico heisst, hat an der V° r 'derseite noch einige reiche grosse Fenster; der erste Hof ruhtnach altflorentinischer Weise auf achteckigen Pfeilern mit Blatte 1 "capitälen und nicht völlig halbrunden Bogen,f Der Palazzo della ragione zu Ferrara , vom Jahr 1326, el<imerkwürdiger gothischer Backsteinbau, hat bei der vor 20 Jahr 6 * 1unternommenen Erneuerung eine fast völlig neue Oberfläche erhalt el1 'g Der Palazzo della ragione zu Padua ist mehr wegen der ung e 'heuern Grösse seines gewölbten obern Saales als aus irgend ein el11andern baulichen Grunde merkwürdig. (Die jetzige Gestalt nach 1420-)Sehr unglückliche Beleuchtung; die Vertheilung der Fresken Mirett° snicht architektonisch motivirt; die äussere Halle von zwei Stock' ve1ken interessant als diejenige Form, welche Palladio anderthalb Jal* r '