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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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Frührenaissance. Venedig . Die Lombardi.

tungen, deren ihre Decoration bedarf, um völlig zu gedeihen, wurd ® 9ihr hier bereitwillig zugestanden; von Backstein und Stuceo ist kei ® 3Bede mehr, wenigstens an decorativen Theilen nicht. Der neue Sty 1kam gerade in die Zeit der grössten Macht des Staates und eiu e3grossen Eeichthumes der Vornehmen hinein. Ihm schien eine Haup*'rolle zugedacht, wenn es sich darum handelte, der Inselstadt eiU elJdauernden Ausdruck festlicher Freude und Herrlichkeit zu verleih 611 'Es fehlte an nichts als an Platz und — an wahrhaft grossen B»®'meistern<).

Auf eingerammten Pfählen wird nie von selbst eine freie 1111grossartige Architektur sich entwickeln. Die einzigen bisherigen & e 'bäude, welche grossartig gedacht heissen können, die Kirchen S- G> 0 'vanni e Paolo und S. Maria de’ Frari, waren Niccolö Pisano’s Ged»®'

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ken; dem Dogenpalast, so gross auch sein älterer (vorderer) Th elist, wird man es immer ansehen, dass sein Erbauer unter den Eh 1 "drücken einer kleinräumigen Pracht aufgewachsen war 2 ). Und di eS ®Beschränkung ging nun auch der venezianischen Renaissance nach u®^alle folgenden Baustyle, die in den Lagunen geherrscht haben, 3111mehr oder weniger derselben unterlegen. Wir werden weiter unt e ®finden, dass auch ein Jacopo Sansovino sich beugte. Der einzigAndrea Palladio leistete erfolgreichen Widerstand.

Von jenen grossartigen baulichen Dispositionen, wie wir sin 111Brunellesco’s Basiliken finden, von dem mächtigen Ernst florentiniäck e *und sienesischer Palastfassaden, von der toscanischen und römisch 611Wohlräumigkeit des Hallenbaues giebt kein Gebäude Venedigs im Sty'der Frührenaissance einen Begriff. Man war weder des Platzes genug'sam Herr noch des festen Bodens sicher. Um so ergiebiger ist d ® 3

*) Die meisten wichtigem Bauten werden der Künstlerfamilie der L o m b a r d igelegt, von welchen man einen altern Martino Lombardo, einen Pietro^*mit zwei Söhnen Antonio und Tullio, einen Santo L. und einen S P 3ten T o m m as o L. namhaft macht, anderer dieses Namens nicht zu gedenk^Allem nach zu urtheilen, waren sie wirklich Lombarden, und verläugnen ;il!in ihren Sculpturen diese Herkunft nicht. — Girolamo Lombardi ausrara steht, wie der gleichnamige A1 f o n s o, (von welchem bei Anlass “Sculptur ein Mehreres) in keinem Zusammenhang mit ihnen.

J ) Man vergleiche damit z. B. das Stadthaus von Piacenza .