302
Hochrenaissance. Grossräumigkeit.
ilC"
förderlich. Bei diesem Anlass muss zugestanden werden, dassBauherren an Material und Baufestigkeit zu ersparen suchten)sie an Ilaumgrösse aufwandten. Vielleicht haben die beiden jden Jahrhunderte im Ganzen solider gebaut als das XVI., da slan künstlerischem Gehalt so weit überlegen bleibt.
Erst mit dem XVI. Jahrhundert wird der Aufwand an Kann*
/'WF 5
Baumaterial ein ganz allgemeiner; es beginnt jene allgemeineräumigkeit. auch der bürgerlichen Wohnungen, jener weite ^der Hallen und Kirchen, welcher schon aus technischen Gründe® uWölbungen und Kuppeln den definitiven Sieg über die Säulen^^iverschafft und auch an profanen Gebäuden die Pfeilerhallc 10 ^Regel an die Stelle, der Säulenhalle setzt. (Das XVII. Jahrh 11 ® ^verfolgt diese Neuerung noch weiter, bis in die Übertreibung)."hindert nicht, dass auch in kleinen Dimensionen, bei beschräin 1 ^,Stoff und i'iusserst bescheidener Verzierung bisweilen Unvergäng 11 ^geleistet wurde. Ein mitwirkender, doch nicht bestimmender I- TnlS ^zu Gunsten des Pfeilerbaues war das Seltenwerden disponiblerker Säulen, welches z. B. schon früher in Rom den Pintclli (Seite .zur Anwendung des achteckigen Pfeilers veranlasst zu haben ^Vollends so grosse antike Säulen, wie sic zu dem jetzigen Bastab gepasst haben würden, gab man nicht mehr her oder 1'°^für einzelne Prachteffecte im Innern auf, für Verzierung von B* aTabernakeln u. s. w. — Ausserhalb Roms blieb namentlich in ^der Säulenbau weit mehr in Ehren; wir werden sehen aus '""et®Gründen. pi
Die Wahl der Formen im Grossen war jetzt noch freier 8 * 9 ..
XV. Jahrhundert. Wenn nur etwas Schönes und Bedeuten'
de«
frag 46
Stande kam, das der Bestimmung im Ganzen entsprach,
Bauherr nach keiner Tradition; es war in dieser Beziehung & *gleich, ob eine Kirche als Basiliea, als gewölbte Ellipse, als Ae ^gestaltet wurde, ob ein Palast schlossartig oder als leichter d 1,r ^sichtiger Hallenbau zu Stande kam. Der moderne Geist, der d®’_^nach jeder Richtung hin neue Welten entdeckte, fühlt sich z" r ar jim Gegensatz gegen die Vergangenheit, aber doch wesentlichvon ihr.