Buch 
Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
Entstehung
Seite
322
JPEG-Download
 

322

Hochrenaissance. Verona . Sanmicbeli.

ic jii

fordert. Unser Geschlecht sucht in seinen derartigen Zierbauten 11 ^

den Genuss, sondern die Abspannung oder die Zerstreuung, dah 0f

ihm entweder das Formloseste oder auch das Bunteste wiHkon* 111

Das Vorbild Falconetto’s hielt in Padua noch einige Zen ^

a bessere Architektur aufrecht. Der obere Hof im Pal. del Podest» llI \

-

mehrere einfache Privatpaläste geben hievon Zeugniss. Aue»b vierte Klosterhof bei S. Giustina, dessen Bogenpfeiler unten mit i 0 ^sehen, oben mit korinthischen Halbsäulen bekleidet sind, ist einGebäude. (Es soll sieh unter den Höfen dieses Klosters eine 1 'Pietro Lombardo befinden, was kaum auf einen von den fünfen p» sSkann, welche ich gesehen habe, ausgenommen etwa auf den z've» ^c noch halb mittelalterlichen. Sonst sind mir nur die einfachen Re»»‘ 9sancehöfe beim Seminar bekannt.)

In Verona ist die ßliithezeit der Baukunst repräsentirt d» lCMichele Sanmicheli (1484—1559), welcher seine wesend 1 »Anregungen schon frühe in Rom fand und auch seine ersten Gel- 1 »»d im Kirchenstaat ausführte. (Dom von Montefiaseone; S. Domenic»in Orvieto ; auch Privatgebäude an beiden Orten.) Später wurde 1hauptsächlich als Festungsbaumeister Ruhm und reichliche Bcs c »tigung zu Theil, doch blieb ihm nicht nur Zeit und Anlass für P raC ^bauten übrig, sondern er durfte auch den Festungsbau selbst mit 1,1,1 __Majestät der Ausführung behandeln, welche nur selten wieder s° ^stattet und noch seltener wieder erreicht worden ist. ^

Im Dienst seines Souverains, der Republik Venedig , vergr» sse jund verbesserte er fast alle Befestigungen, welche dieselbe nahefern (bis Cypern) besass. Bei Venedig selbst gehört ihm die » 0 ^ efication des Lido; in Verona die wichtigsten Basteien und Tb»^Der militärische Werth seiner Neuerungen wird sehr hoch angc®»^,gen; wir haben es nur mit dem Styl seiner Thore zu thun. —unfertigen Römerbauten, wie zum Beispiel das Amphitheater vonrona, abstrahirte er (vielleicht von allen Architekten zuerst?) d ,e ^fugniss, nicht bloss Flächen, sondern auch Gliederungen (Säulen,säulen, Pilaster etc.) mit Rustica zu bekleiden; sein Zweck 'vaL 9ernsten, trotzigen Charakter des Festungsbaues mit der Schönheit