Buch 
Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
Entstehung
Seite
979
JPEG-Download
 

Schüler Tizians. Moretto. Moroni.

979

^ on,1 *' e ' a Als das dritte Hauptwerk bezeichnet Waagen das

el >n.

H,

ln S. Eufemia, Maria in der Herrlichkeit, von vier Heiligen ver- aZunächst ist es eine durchgehende und merkwürdige Wabr-, Hutung (zuerst m. W. von Sehnaase ausgesprochen und motivirt),

* <ler venezianische Goldton bei den meisten Malern der Terrafermav"? Silberton wird. Was Moretto insbesondere betrifft, so ist wohl^ ^ zu läugnen, dass er an höherm Gedankeninhalt und Adel derj^assung alle Venezianer, gewisse Hauptleistungen Tizians ausge-j^^ßn, aufwiegt. Seine Glorien sind würdiger und majestätischer,1)6 Madonnen grossartiger in Bildung und Haltung, auch seine Hei-y stellenweise von höchst grandiosem Charakter. Etwas denjpd'gsten Bildern in Berlin und Frankfurt gleich zu Schätzendesjj_ 0c hte Italien indess (Brescia ausgenommen) kaum mehr besitzen.

»st

grosse Madonna in den Wolken mit drei Heiligen in der Brera b

(jj, ein edles Bild, aber gerade die Hauptfigur hat hier etwas Trübes,n 6ll da mehrere Bilder mit einzelnen Heiligen.) Das wichtigsteJ n Venedig befindet sich in S. Maria della Pieta (an der Riva) ceiner Nonnentribune über dem Portal; es ist Christus beim Phari- üie Scene streng symmetrisch angeordnet. Im Pal. Manfrin diedf^e'figuren des Petrus und Johannes, auf landschaftlichem Grunde,

6 > Aeissige Bilder von schönem Ausdruck. In den Uffizien: Venus e^ Lymphen in freier Landschaft, hinten über dem Wasser die Piaz-tia ß n £ rosses und sorgfältiges Bild, welches zwar in ErmanglunglC ^ 16r Freudigkeit etwas Gleichgültiges hat wie später bolognesi-^ 6^ i ^ er dieser Art, dessen negatives Verdienst aber die Ab-^Cif Cnlleit römischer Manier und venezianischer Gemeinheit für jene

a üsserordentlich ist. Ebenda: das Bildniss eines Lautenspielers,Schöner, tückischer Charakter, in trefflicher Darstellung, doch wohl

^it

sin*iicht

U ^°n M. Im Pal. Brignole zu Genua das Capitalporträt eines f tl ^ ce r s ) an einem Tisch mit einem Buch und Blumen, hinten Ge-Üe. datirt 1533. (Ob richtig benannt? eher wie von einem Schüler

Gio:

Mi

rgione.)

orettos Schüler war der Bergamaske Gio. Battista Moroni,

^rnt ° r * ratm M er eine höchst eigenthümliche Erscheinung. Weit ent-

ei> nt

ae n Menschen auf venezianische Art in festlich erhöhter Stim-

n § darzustellen, fasst er ihn zwar im höchsten Grade geistreich und

62*