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Zweyter Band.
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230 Geſchichte von England.

wenn er nicht erſcheinen wuͤrde, ſogleich aus einander zu gehen, und die Natſon, ſo großauch die Gefahr waͤre, die ſie von einem Angriffe der Franzoſen zu beſuͤrchten haͤtte, ohneSchutz und ohne Vorſorge ſuͤr ihre Vertheidigung zu laſſen. Zu gleicher Zeit wurde einMitglied aufgemuntert, die Urkunde der parlamentariſchen Abſetzung des Koͤniges Eduarddes Zweyten aufzuſuchen: eine deutliche Anzeige desjenigen Schickſals, welches Richard,wenn er ſo halsſtarrig bliebe, von ſeinem Parlament zu erwarten haͤtte.

Da der Koͤnig ſah, daß er nicht widerſtehen konnte; ſo begnügte er ſich damit, dieBedingung zu machen, daß nach Endigung der Klage uͤber den Suffolk , keiner von ſei-nen Miniſtern ferner angegriffen werden ſollte; und auf dieſe Bedingung kam er wiederins Parlament).

Nichts beweiſet die Unſchuld des Suffolk mehr, als die Nichtswuͤrdigkeit dererPunkte, welche ſeine Feinde bey ihrer itzigen vollkommnen Gewalt ihm verwarſen 5).Man beſchuldigte ihn, daß er als Kanzler, der vermoͤge ſeines Eides verpflichtet waͤre,auf das Beſte des Koͤniges zu ſehen, Kronguͤter unter ihrem wahren Werthe gekaufet;daß er ein jaͤhrliches Einkommen von 400 Mark, welches er von dem Vater des Koͤnigeshakte, und welches ihm auf die Zoͤlle des Havens von Hull angewieſen war, mit demKönige gegen Laͤnder von gleichem Einkommen vertauſchet; daß er das Priorat uͤberSt. Antonii, welches vormals ein Franzoſe, ein Feind und ein Ketzer gehabt, fuͤr ſeinenSohn erhalten, und da zu gleicher Zeit ein neuer Prior von dem Pabſt ernannt worden,dieſen Mann nicht eher haͤtte annehmen wollen, bis er ſich mit ſeinem Sohne verglichen,und ihm jahrlich hundert Pfund von den Einkuͤnften abzugeben verſprochen haͤtte; daß ervon einem, Namens Tydemann von Limborch, ein altes verfallenes jaͤhrliches Einkom-men von funfzig Pfund, welche die Krone zu zahlen hatte, an ſich gekauft, und den Koͤ-nig beredet haͤtte, dieſe ſchlechte Schuld auf ſein Einkommen anzunehmen; und daß ihm,als er zum Grafen von Suffolk ernannt worden, zugleich 500 Pfund, um die Wurde die-ſes Titels zu unterſtuͤtzen, verwilliget waͤren 2). So nichtswuͤrdig dieſe Punkte auch wa-

ren,

*) Knyghton, S. 215. 1c. Dieſer ſagt auchS. 2580. der Koͤnig habe den Deputirten ge-antwortet, er wolle auf ihr Verlangen nicht ei-nen Kuͤchenjungen abſetzen. Eben dieſer Ver-faſſer erzaͤhlet uns, der Koͤnig habe zu den Ab-geordneten, als ſie ihn angeredet, geſagt, erſaͤhe, daß ſeine Unterthanen rebelliſch geſinntwaren, und es ware wohl das beſte Mittel, daßer den Konig von Frankreich zu ſeiner Hülfetiefe. Allein, es iſt offenbar, daß dieſe Redenentweder vom Knyghton, um ſeine Geſchichteauszuſchmuͤcken, angebracht, oder auch falſchſind. Denn 1) als die fuͤnf Lords die Mini-ſter des Koͤniges vor dem naͤchſten Parlamentverklagten, und ihnen jede uͤbereilte Handlungdes Koͤnigs anrechneten, ſagten ſie nichts vondieſen Antworten, welche ſo verhaßt, ſo neu,und wie man vorgiebt, ſo ſehr oͤffentlich bekannt

waren. 2) Der Koͤnig hatte damals ſo wenigeVerbindungen mit Frankreich , daß dieſes Reichihm vielmebr mit einem gefährlichen Einfalldrohete. Dieſe Erzaͤhlung ſcheinet von denenVor wuͤrfen genommen zu ſeyn, die nachher wider ihn ausgeſtreuet wurden, und von dem Ge-ſchichtſchreiber auf dieſe Zeit, worauf ſie nichtpaſſet, angewendet zu ſeyn. ö

) Cotton. S. 315. Knyghton. S. 2683.

2) Es iſt zu vermuthen, daß der Graf vonSuffolk weder reich, noch faͤhig geweſen, dieſeWuͤrde ohne die Guͤte der Krone zu tragen:Denn ſein Vater, Michael de la Pole, war, ober gleich ein großer Kaufmann geweſen, dadurchberab gekommen, daß er dem vorigen KoͤnigeGeld geliehen. Stehe Cotton. S. 190% der

emer-