Richard der Zweyte. Kap. XVII. 23¹
ren, wurde doch ſo gar der Beweis derſelben bey der Unterſuchung ſehr mangelhaft beſun-den. Es zeigte ſich, daß Suffolk , ſo lange er Kanzler geweſen war, keine der Krone zu—gehoͤrige Guͤter gekaufet, ſondern daß er alles von der Art gekauft hatte, ehe er zu dieſerWuͤrde gelanget war). Es iſt faſt unnoͤthig, hinzuzufuͤgen, daß er, ungeachtet ſeinceVertheidigung, verdammet, und ſeines Amtes entſetzet wurde.
Gloceſter und ſeine Anhaͤnger hielten das, was ſie dem Koͤnige verſprochen hatten,und griffen keinen von ſeinen Miniſtern weiter an: Aber ſie griffen ſo gleich ihn ſelbſt inſeiner koͤniglichen Wuͤrde an, und errichteten eine Commißion nach dem Muſter derer, diemon faſt unter allen Regierungen, ſeit der Zeit Richard des Erſten, hatte errichten wollen,wobey allemal die groͤßte Unordnung vorgeſallen war b). Durch dieſe Commißion wurdeein Rath von vierzehen Perſonen beſtellt, die alle, bis auf den Nevil, den Erzbiſchof vonVork, von Gloceſters Partey waren: dieſen Herren wurde die Souveralnetaͤt auf zwölfMonate uͤbertragen: der König, der itzt ſein vier und zwanzigſtes Jahr erreicht hatte,war in der That vom Throne geſtoßen: die Ariſtocratie hatte die Oberhand gewonnen;und obgleich die Dauer dieſer Commißion auf zwoͤlf Monate eingeſchraͤnket war; ſo konnteman doch leicht vorherſehen, daß die Partey die Abſicht hatte, ſie beſtaͤndig zu machen,und daß die Gewalt dieſen um ſich greifenden Haͤnden ſchwerlich wieder wuͤrde koͤnnen ent—riſſen werden: nachdem ſie ihnen einmal uͤbertragen war. Unterdeſſen war Richard ge-zwungen, ſich zu unterwerfen. Er unterzeichnete die Commißion; legte einen Eid ab, ſienie zu kraͤnken; und ob er gleich am Ende der Sitzung oͤffentlich proteſtirte, daß dieVorrechte der Krone, ungeachtet ſeiner letzten Verwilligung, immer fuͤr unverletzt und un-geſchwaͤchet gehalten werden ſollten); ſo ſuhren die neuen Abgeordneten dennoch ohne Un-terſchied in der Ausuͤbung ihrer Vollmacht fort.
Da der Koͤnig alſo aus dem Beſttz ſeiner koͤniglichen Gewalt geſetzet war, merkte erbald die Verachtung, die er ſich zugezogen hatte. Seine Lieblinge und Miniſter, welchendamals vergoͤnnet war, um ſeine Perſon zu ſeyn, unterließen nicht, das Unrecht zu ver-groͤßern, welches ihm, ohne das geringſte Verſehen von ſeiner Seite, zugefuͤget waͤre.Und ſeire heftige Gemuͤthsart war fuͤr ſich ſelbſt ſchen ſehr geneigt, Mittel zu ſuchen, umſeine Gewalt wieder zu erlangen, und ſich an denenjenigen zu raͤchen, die ſie angegriffenbatten. Da das Haus der Gemeinen itt in der Staateverfaſſung von groͤßerem Gewichtwar, ſo verſuchte er heimlich einige Mittel, eine ihm guͤnſtige Wahl zuwege zu bringen.Er ſorſchte einige Sberiſs aus, welche damals ſo wohl die Berichte abſtattende Beamte,und zugleich maͤchtige Magiſtratsperſonen in den Grafſchaften waren, und alſo natuͤrlicherWeiſe bey den Wahlen einen großen Einfluß haben mußten: da aber die mehreſten vonihnen von ſeinen Onkeln, entweder unter Zeit der minderjaͤhrigen Regierung, oder unterder gegenwaͤrtigen Commißion eingeſetzet waren; ſo waren ſie insgeſammt ſeinen Unter-nehmungen zuwider. Die Geſinnungen und die Neigungen der Richter waren ihm guͤn-
ſtiger. Er ließ den Sir Robert Treſilian, den Oberrichter der koͤniglichen Bank, denSir
dort. ob e die Herzoge don Gloceſter und) Cotton. S. 315.
Vork, ob ſie gleich ſchwer reich waren, um eben cnyęl
die Zeit jäh lich ein jeder tauſend Pfund beka— 10. Veh 1. S 2686. statutes at large.men, um ibre Wuͤrde zu unterſtuͤtzen. Rymer...
B. 7. S. 481. Cotton. S. 310. e) Cotton. S. 318.
1386.
1387.BuͤrgerlichtUnruhen.