Band 
Zweiter Band.
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1ho8sr,rari8 oder Custos fauch Cnsiorj für den Kirckenschatz: einenki>>r.'l,lU8 oder hihlintl,oouri»8 fS, 119 s,s: einen manolui IU8 oderMünzmeister; einen w,lil>8 oder Banherrn, dem dir Besorgung allerBauten des Stiftes ablag: einen auigionturinü oder Zimmermann fürdie (knlirica) Arbeit: einen rinn,' 11,8 oder Schenkt-,'fer für ras großeKeltcrgcbände des Stiftes (Schenkhof- nnd die AuStheil,ing des Er-trages an die Berechtigten; einen m, >,i»8 f-iammcrcr) für dieAufbewahrung des Getreides; einen eoltoi'i,,i»8 f-icilcrmeister) fürdiejenige des Weines, den Zinsbezng n,s, f,; einen 8cril,ii,8 fürdie Opfergelder, nnd einenoti»'i»8 oder Slistsschreibcr, Vcrschic-dcu waren die Vorsteher der Probftei. Heinrich v. Mancß nnd Heinrichvon Klingcnbcrg dürfen als Beschützer nnd Förderer der Wissenschaf-ten bezeichnet werden: den Probü Kraft von Toggenburg nennt Bnl-linger einen herrlichen Mann, nnd anch dem letzten Probne in Rühm-liches nachzureden. Mehrere waren königliche oder kaiserliche Caplane,Unter den Chorherren können wir bloß zwei ganz ausgezeichnete her-vorheben, Conrad von Mure (L. 5, 33, 54), ein Freund Iindclfs vonHabSbnrg, und Felir Häinmerlin fS, 39, 54), zu seiner Zeit dasgrößte Licht im südlichen Deutschland , der neben vielen Verehrern,sowohl am Römischen Hofe als unter den Großen des Landes, anchviele Hasser hatte. Leider gab es nur zu oft luftige Bruder unterreu Chorherren, Nahm man es doch schon mit der Aufnahme wenigstrenge; denn laut den Stiftsftatnten mußte ein Chorherr nickt mehrals zwanzig Jahre zählen, mit Inbegriff des Ansenliialtcs im Mnk-tcrlcibe, und noch konnte das Caoitel ihm etwas nachlassen ,»»i>tor8z>eeiute inoritni» ob corznUontium, Begreiflich ist es, daß manchedieser Geistlichen in der Erfüllung ihrer Pflichten lässig waren nndsich vieler Abwesenheiten schuldig machten, so daß die Bürger 1417durch den König «igmnnd von Pabst Martin V. eine Bulle sich aus-wirkten, worin die Zeit der Residenz für die Cborhcrrcn auf wenig-stens zehn Monate des Jahres benimmt war, und wohl erklären läßtsich, wenn Felir Hämmcrlin voll Satnre die Heiligen Felir und Re-gula in einem Sendschreiben aus dem Himmel an die Chorherren inZürich sagen macht:Billig verwundern wir nn-s, daß seil langer ZeitNiemand anS dem Chorherrcnsiistc zu uns in die Versammlung derVerklärten hinauskömmt. Wir sandten den Himmclsmerknr, den schnell-füßigen Hazacl, auf Erden; durch ihn vernehmen wir nicht ohne Be-dauern, daß die Chorherren ganz die Fußstapsen ihrer ersten Vorfah-ren verlassen haben,"

Als Zwingli 1519 die Lentpricsicrstclle am Grcßmünster über-nahm, brachte er es im Lause einiger Jahre dahin, daß bei der Mehr-zahl der Chorherren die Ueberzeugung lebendig wurde, es müge eineVeränderung mit dieser religiösen Anstalt vorgenommen werde». Frei-willig trat das Stift 1524 seine weltliche Gerichtsbarkeit ab, hingegenverwahrte es sich gegen Ablieferung seiner reichen Kirchcnzierdcn, dieebenfalls gefordert und von der Obrigkeit durchgesetzt ward. NeueStatuten wurden nun mit Zugeordneten vom Rathe entworfen; dieCaplaneicn gingen ein, die lCanonicate beschränkte man zuerst ausachtzehn, hernach aus zehn, nnd das Stiftsgut ward theils tnr diese,theils für Besoldung einer beträchtlickcn Anzahl Pfarrer, Diaconennnd Filialisten, theils auch für Lehrstellen nnd Armcnzwceke verwanlt.