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Z6 Dre Geschichte von Großbritannien.
Nach dem Tode Williams, Prinzen von Oranien'^), der mit der Unterdrückungseiner Partey und dem Triumph der Republikaner begleitet war, glaubte das Parlament,daß itzt die Zeit gekommen sey, ein engeres Band mit den vereinigten Provinzen zu schlief,fcn. St. John, der Lord Oberrichtcr, welcher nach dem Haag verschicket wurde, hattesich Gedanken gemacht, zwischen den beyden Republiken eine Art von Vereinigung zu stif-ten, welche ihre Interesse ganz unzertrennlich gemacht haben würde; weil er aber besorgte,daß ein so außerordentliches Project keinen Geschmack finden möchte, so ließ er es bey eini-gen Worten, die er sich davon entfallen ließ, bewenden, und gieng in öffentlichen Erklä-rungen nicht weiter, als daß er zwischen England und den Staaten eine genaue Defensiv-allianz vorschlug, wie denn dergleichen nunmehr seit siebenzig Jahren unter diesen beydenfreundschaftlichen Mächken obgewaltet hat Allein die Staaten, welche nicht gern
eine nähere Verbindung mit einer Regierung machen wollten, deren Verfahren so verhaßtwar, und deren Situation so unsicher zu seyn schien, erboten sich nur zu einer Erneurungder vorigen Allianz mit England. Und der hochmüthige St. John, entrüstet über dieseVerwegerung, und aufgebracht durch viele Beschimpfungen, welche er ungerochen so wohlvon den Anhängern des Churfürsten von der Pfalz, und der oranischen Familie, als auchvon dem Pöbel überhaupt hatte erdulden müssen, gieng nach England zurück, und bemü-hete sich, zwischen den beyden Republiken einen Streit zu erregen.
Die Bewegungen großer Staaten richten sich eben so oft nach schwachen Triebfe-dern, als die Handlungen einzelner Personen. Ob gleich der Krieg mit einer so großenSeemacht, als die Holländer hatten, welche mit allen ihren andern Nachbarn in Friedenstanden, für die annoch nicht gesetzte Republik gefährlich scheinen mochte, so fanden sichdoch verschleime Bewegungsgründe, welche zu dieser Zeit das englische Parlament zu felnd-seligen Einschlüssen trieben. Viele Glieder glaubten, ein auswärtiger Krieg würde zu ei-nem Verwände dienen, daß eben dieses Parlament fortdauren dürfte, und daß man dasneue Mode! der Repräsentanten, womit man der Nation so lange geschmeichelt hatte, auf-schieben könnte. Andre hofften, der Krieg würde eine gute Ursache hergeben, die zahl-reiche Arme?, worüber so viel geklaget wurde noch etwas länger zu unterhalten. Ei-nige hingegen, welche sich vor der zunehmenden Macht Cromwels fürchteten, meynten,die großen Kosten für die Ausrüstung der Flotte würden ein Bewegungögrund werden, dirmilitärische Verfassung zu verringern. In der itzigen Denkungsart des Volks schien esgute Politik zu seyn, wenn man die Gedanken des Publici von den häuslichen Streitig»keiten auf auswärtige Verrichtungen wenden könnte. Die überlegene Macht, und dieVortheile der Lage, versprachen der englischen R publik einen glücklichen Fortgang; und dieAnführer im Parlament hofften viel reiche Prisen von den Holländern zu machen, ihrenblühenden Handel zu stören und zu verringern, und durch Siege ihrer eingeführten Regie-rung, welche noch so neu, und dem Volke so unangenehm war, einen Glanz zu geben.Alle diese Hoffnungen, welchen der heftige Geist des St. John, der viel Gewalt über denCromwel hatte, noch mehr Stärke gab, brachten das Parlament zu dem Entschluß, daß
es
Den 17. Oktober 1652. blikaner dem Kriege mit Holland widersetzt habe,
**) Lhiirloe, B. i- S. 182. und daß es hauptsächlich die angesehenen Kctegs-
***) Man sagt uns in dem Leben des Ritters bediente gewesen wären, welche diesen EntschlußHenrich Vane, daß sich dieser berühmte Repn- betrieben hätte«.