z8 Geschichte von Großbritannien.
ist, dem Tromp keinen Befehl gegeben, zu streichen, sondern in Ansehung dieses eiteln,1652. doch sehr bestrittenen Ceremoniels, alles seiner eignen Klugheit überlassen hatte. Sieschien geneigt zu seyn, eine Gleichheit mit der neuen Republik einzuführen, und die vor-malige Ehrerbietung , die sie von je her der englischen Flagge bewiesen hatte, für eine Ach-tung zu erklären, die sie nur der Monarchie schuldig wäre. Dieser Umstand erreget einenstarken Verdacht wider den Bericht des holländischen Admirals. Man muß bemerken, daßdie ganze oranische Partey, welcher Tromp anzuhängen im Verdacht stand, den Krieg mitEngland wünschte.
Obgleich die Esguabre des Blake nur aus funfzehen Schiffen bestand, welche nachdem Anfang des Treffens mit acht andern unter dem Capitain Bourne verstärket wurden,so hielt er doch mit großer Tapferkeit das Gefecht fünf Stunden lang aus, und schoß einSchiff seines Feindes in den Grund, und nahm ein andres weg. Die Nacht trenntedie Fechtenden; und die holländische Flotte begab sich nach der holländischen Küste zurück.Der Pöbel in London war rasend, und würde den holländischen Gesandten, welcher zuChelsee wohnte, beschimpfet haben, wenn ihm nicht der Staatsrath eine Wache zum Schußgesandt hätte.
Als die Staaten Nachricht von dieser Action bekamen, deren unglückliche Folgen manleicht voraus sehen konnte, geriethen sie in die äußerste Bestürzung. Sie sandten äugen-blicklich den Paw, den Pensionär von Holland, als ihren außerordentlichen Gesandten nachLondon, und befahlen ihm, den Bericht, welchen Tromp von dem letzten Scharmützel ein-gesandt hätte, dem Parlament vorzulegen. Sie bathen dasselbe bey allen Banden ihrer ge-meinschaftlichen Religion und gemeinschaftlichen Freyheiten, nicht zu übereilt zu feindseli-gen Entschlüssen zu schreiten, sondern Commissarien zu ernennen, welche alle Umstände derAction untersuchen, und die Wahrheit aus ihrer Dunkelheit aufklaren möchten. Sie be-haupteten auch, daß sie ihrem Admiral keine Befehle gegeben hatten, gegen die Engländergewaltthätig zu verfahren, sondern ihn hart strafen wollten, wenn sie bey der Untersu-chung fanden, daß er schuld an der Aclion wäre, welche sie so sehr mißbilligten. DaSgcbietherische Parlament wollte keinem von diesen Gründen und Vorstellungen Gehör ge-ben. Stolz auf sein vielfältiges Glück, welches es gegen seine häuslichen Feinde gehabthatte, glaubte es, daß seinen glücklichen Waffen alles weichen müßte; und ergriff mitFreuden die Gelegenheit, die es suchte, Krieg mit den Staaten anzufangen. Es ver-langte, daß ohne weitem Zeitverlust oder Untersuchung, aller Schaden, den die Englän-der gelitten hatten, vergütet werden sollte. Und als diese Forderung nicht angenommenwurde, ließ es Befehle ergehen, den Krieg wider die vereinigten Provinzen anzufangen.
Blake siegelte mit einer zahlreichen Flotte nordwärts, und fiel die Hcringsfängcr an,welche eine Bedeckung von zwölf Kriegsschiffen bey sich hatten. Alle diese nahm er ent-weder weg, oder zerstreute sie. Tromp verfolgte ihn mit einer Flotte, von mehr als hun-dert Seegeln. Als diese beyden Admiräle sich einander im Gesichte waren, und Anstal-ten zum Treffen machten, überfiel sie ein heftiger Sturm. Blake nahm seine Zuflucht inenglische Häven. Die holländische Flotte wurde zerstreut, und litte viel Schaden.
Der Ritter Georg Ayscue gab sich bey Plymouth, ob er gleich, der englischen Rech.myrg nach, nur vierzig Schiffe commandirte, mit dem berühmten de Ruiter ab, welcher
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