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2 (1763) Das gemeine Wesen und die Regierungen Carls II. und Jakobs II / David Hume
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Das gemeine Wesen. Kap. i. Z9

fünfzig Schiffe, nebst dreyßig Kauffahrdeyschiffet, unter sich hatte. Die holländischenSchiffe waren in der That nicht so stark, als die englischen. De Ruiter, der einzige Ad- 1652.miral in Europa, welcher sich einen so großen Ruhm erworben hatte, als der größesteDcn i6tenGeneral, vertheidigte sich so gut, daß Ayscue keinen Vortheil über ihn gewann. Die August.Nacht trennte sie, als sie im hitzigsten Gefechte begriffen waren. De Ruiter siegelte denfolgenden Tag mit seiner Convoy davon. Die englischen Schiffe waren in der Action sozugerichtet worden, daß sie ihn nicht verfolgen konnten.

Blake traf, unter dem Beystande des Bourne und Pen, bey der Küste von Keilt die Den 2?stenholländische Flotte an, welche fast gleich zahlreich war, und von de Witte lind de Ruiter Oclober.commandiret wurde. Hier kam es zu einem Treffen, welches sehr zum Nachtheil derHolländer ausschlug. Ihr Contreadmiral wurde geentert und genommen. Zwey andreSchiffe wurden in den Grund geschossen, und noch ein andres flog auf. Den folgendenTag siegelte die holländische Flotte nach Holland. In der mittelländischen See waren dieEngländer nicht so glücklich. Van Galen griff mit einer weit überlegenen Macht den Ca-pital» Badily an, und schlug ihng doch kaufte er diesen Sieg mit dem Verlust seinesLebens.

Gefechte zur See sind selten so entscheidend, daß sie den Ueberwundencn außer Stand Den agstensitzen sollten, seinem Sieger nach kurzerZeit wieder die Spitze zu biethen. Tromp traf,November,unter dem Beystand des de Ruiter, bey Goodwinö den Blake an , dessen Flotte zwarschwächer war, als die ihrige, der sich aber doch entschlossen hatte, das Gefecht nicht zuvermeiden. Hier fieng ein heftiges Treffen an, worinn so wohl die Admirale von beydenSeiten, als auch die geringern Officiere und Matrosen eine außerordentliche Tapferkeit be-wiesen. In diesem Treffen hakten die Holländer den Vortheil. Blake selbst war ver-wundet, der Garland und Bonaventure waren genommen. Zwey Schiffe waren ver«brandt, und eins versenket. Die Nacht kam zu rechter Zeit, die englische Flotte zu retten.

Nach diesem Siege band Tromp aus Hohn an seinen Hauptmast einen Besen, um an-zudeuten, daß er die See von allen englischen Schiffen gänzlich reinigen wollte.

In England wurden große Zurüstungen gemacht, diesen Schimpf wieder auszulöschen. 165^Es wurde eine starke Flotte von achtzig Seegeln in Stand gcsetzet. Blake, und unterihm Dean, nebst Monk, welcher aus Schottland zurück berufen war, commandirten die-selbe. Als sie bey Portland lagen, entdeckten sie gegen Tages Anbruch die holländische Den i8tenFiotte von sechs und siebenzig Schiffen, welche unter einer Convon von zoo Kauffahrdey. Februar,schiffen, die Befehl hatten, ben der Insel Rhe zu warten, bis die Flotte ankäme, welchesie bedecken sollte, den Canal herauf siegelte. Tromp und de Ruiter commandirten dieHolländer. Dieses Treffen war das wmhendste, welches zwischen diesen beyden kriege-rischen, und um den Vorzug kämpfenden Nationen noch jemals gefochten war. Das Tref-fen dauerte drey ganzer Tage mit der größten Hitze und Hartnäckigkeit fort. Und Blake,welcher Siegle war, erwarb sich nicht mehr Ehre, alsTromp, der überwunden wurde. Derholländische Admiral zog sich so geschickt zurück, und rettete alle Kauffahrdeyschiffe, bis aufdreyßig; doch ver lehr er cils Kriegsschiffe, hatte 2000 Todte, und beynahe 1500 Ge-fangne. Die Engländer hatten zwar viel ungemein übel zugei ichrece Schiffe, aber nur einversenktes; ihre Todten waren nicht geringer an Anzahl, als die Todten ihrer Feinde.