Natürlicherweise berichtete er dieß alles gleich aufder Stelle an Götkingens Schöpfer und Erhalter,den Minister Freyherr» von Münchhausen. Soschnell als Voltaire sprach, so schnell warMünch-Hausen in Entschlüssen und Handlungen. Er be-wog Hallern in Göttin gen zu bleiben ; er ver-sprach ihm dort die Errichtung einer königlichenSocietät der Wissenschaften, die Presidentensteüebey dieser Societät, und einen Adelsbricf vondem Kaiser.
Maupertüis gerieth über Hallers Verfahrenin Wuth; und in seinem Herzen entstand, wie ichdurch Sulzer weiß, eine nachher nie wieder abge-legte Feindschaft gegen Haller. Auch der Königward aufgebracht. Aber der König vergab leicht,wo er vergeben konnte : denn am Ansang desJahres 1756 ließ er Hallern durch Sulzer dieStelle eines Canzlers der Universität Halle an-bieten, und dabey einen Gehalt von dreytausendThaler; wozu aber Haller in der Folge noch sehrvieles verlangte.
Diese Geschichte von 1749 erzählte Haller imJahre 1771 im dritten Buche seines Usongs; alsofreylich in einem Roman, und in sofern hatte erdabey freye Hand. Zongtu, (nemlich Friedrich,der König in Preüssen) sagt er, habe keinen Unter-schied des Guten und des Bösen geglaubt; und daOel Fu (nemlich Haller) ihm yicht habe verbergenwollen, daß er ein Gottesverehrer sey und die Tu-gend dem Laster vorziehe, sey er nicht nur um seineStelle bey d^Zongtu gekommen, sondern Zongtu