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Fragmente über Friedrich den Grossen zur Geschichte seines Lebens, seiner Regierung, und seines Charakters / von dem Ritter von Zimmermann
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heilet, aber dann kommt sie unverniuthet wie-der, und wird wirklich epidemisch. Bey Fre-dersdorf hatten sich hier in Potsdam Alchymi-stet! gemeldet; dieser glaubte fest daran, und ließsich mit ihnen ein. Bald verbreitete sich dasGerächt dieser Unternehmung über die ganzeGarnison, und es war kein Fündrichjin Pots-dam der nicht hoffte durch Alchymie seine Schul-den zu bezahlen. Windige und betrügerischeAdepten schlichen sonach von allen Ecken und un-ter allerley Gestalt nach Potsdam. Aus Sach-scn kam eine Frau von Pfuel mit zwey sehrschönen Töchtern ; diese trieben das Handwerkkunstmassig , und junge Leute zumal hielte» sie«für grosse Prophetinnen. Ich wollte demDing mit Gewalt steüren , aber es gelang mirnicht. Man erbot sich,'in meiner Gegenwartalle nur erdenkliche Proben zu machen, undmich durch den Augenschein zu überzeugen.Dieß hielt ich für das beste Mittel die Thorheitaufzudecken; und also ließ ich diese Aichymistin-nen unter genauer Aufsicht arbeiten. Gold in dieTiegel zu werfen , und anderer grober Betrug,konnte nicht gelingen; aber dennoch machte dieFrau von Pfuel die Sache so wahrscheinlich, daßich alle Versuche erlauben musste; und daß es miram Ende weit über die zehntausend Thaler kostete,die ich dazu bestimmt harte. Eine Narrheitbleibt es immeran die Verwandlung der Metallezu glauben; aber dieß ist sicher; daß sich dic Mc-«lalle in ganz andere Gestalten bringen lassen, unter

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