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Fragmente über Friedrich den Grossen zur Geschichte seines Lebens, seiner Regierung, und seines Charakters / von dem Ritter von Zimmermann
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194
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Hemder, und sie mussten für ihre Wiedererstat-tung mit Suppliken einkommen.

Friedrichs des Grossen Neigung für die Jesui-ten entstand, wie ich es von dem Herrn Ministervon der Horst weiß, mitten unter den Schreckenund Gefahren des siebenjährigen Krieges, alsSchwärmerei) und wilde Religionswuth bey demkatholischen Pöbel so mächtig gegen ihn wirktenund stritten. In diesem Kriege, in welchem derdreyfach gekrönte Tropf in Rom, Clemens derDreyzehnte, nachgerade eben diese Wuth in diegeistlichen Fürsten Deütschlands trieb; in welchemauch die Jesuiten in Glatz, durch ihr Einverständ-niß mit den Oesterreichern, dem Könige m derFolge ihre Treülofigkeit bewiesen; zeichneten sichdiese Vater in Breslau durch wahren Edelmuthund preüssischen Patriotismus aus. Nach der vondem Herzog von Bevern verlohrnen Schlacht beyBreslau, ward eine sehr grosse Anzahl von ver-wundeten Preüssen nach Breslau gebracht. DieseUnglücklichen waren gänzlich verlassen. Die Je-suiten baten bey der österreichischen Generalitätum die Erlaubniß, alle preüssischen Blessirten auf-zunehmen und zu verpflegen. Sie erhielten dieseErlaubniß, raümten sodann fast ihr ganzes weit-laüftiges Kloster, um es mit diesen Blessirtenanzufüllen, für die sie auf das allerbeste sorgten.Vor der Schlacht bey Leüthen geschah dieß. Alsoin einer Zeit da niemand glaubte, daß der Königwieder Herr von Breslau werden könnte. Nie-mals vergaß auch Friedrich diese von den Jesuiten

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