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in Breslau ihm erzeigte Treu. Ost sagte Er inGegenwart des Herrn Ministers von der Horst,von dem ich diesen grossen Zug aus dem Charakterdes Königs weiß: «Mich kümmern die Streitig-keiten der Jesuiten mit der römischen Kirche und«mit so vielen Höfen eben so wenig als die Jrthü-»mer in ihrer Glaubenslehre. Als gute Bürger«und redlich gesinnte Einwohner betrugen sich die«Jesuiten bey dieser und vielen andern Gelegen-heiten in meinen Landern; und darum ist es bey-«nahe meine Pflicht sie zu schützen.«
Dieß war hoher Edelmuth und wohlverdien-ter Dank. Natürliche Regentenpflicht war sodannFriedrichs Gedanke an die Errichtung eines neüenkatholischen Bischthums in seinen Staaten. Aberweit mehr Grund hat diese Geschichte, als derHerr Abt Denina glaubt, und ganz andere Um-stände als Herr Denina angiebt (*).
Friedrich hat nie daran gedacht, den Abbe' däVal Pyreau zum Bischof von Minden zu machen;Minden ist ein Fürstenthum mit Sitz und Stimmeauf dem Reichstag. Aber allerdings war Frie-drich entschlossen einen eigenen Bischof im Clcvi-schen zu setzen, wegen der Menge seiner katholi-schen Unterthanen, die in Glaubenssachen unterfremden Bischöfen stehen. Dieser Gedanke ent-stand bey ihm, zumal als er sah, daß der Kaiserden deütschen fürstlichen Bischöfen alle Diocesen inN 2 seinen
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