l2 GeschlechtSausschweifunge» ,
zu einer Probenacht an sie erging. Gelang esihnen, den abgestumpften Wollüstling zu cntrflammen, so sehte er ihnen am andern Mor-gen die Krone auf: ohne diesen Erfolg wur,den sie verdammt, im Harem ihr Schicksal aufewig zu beweinen. Die festlichen persischenEastmalc wurden jedesmal mit dem Genusseder Liebe beschlossen. Gegen das Ende derschwelgerischen Tafel wurden die Weiber zugcelassen, und die Gaste entschieden über ihreWahl.
Im alten Griechenland erwähnt schonHcsiod eines glattzüngigen Buhlengeschlechts,und sagt, wer einem Weibe vertraut, der ver-traut Betrügern. Die Geschlechtslicbe war inden Augen der Griechen weiter nichts alsphysisches Bedürfniß. Die Ehe hielten sie fürein nothwendiges Uebel, dem sie sich aus pa/iriotischcr Pflicht unterzogen, dem Vatcrlandestatt ihrer, künftige Vertheidiger zu hinterlas-sen. Schon in Solons Zeitalter hatte die Ucp/pigkeit beider Geschlechter in allen Ständenum sich gegriffen. Um die Tugend der Ehe-weiber zu sichern, verordnete er, daß sie bei Tage