GeschlechtsauSschweifmigeu unter den rc. 123
so ist nichts leichter, als desfalls ei» Abkom-men zu treffen. Man tauscht entweder Weibgegen Weib, oder der Liebhaber erhandelt siefür eine Blase voll Thran. Aber noch mehrals diese schamlose Bereitwilligkeit, mit wel-cher sich die sibirischen Weiber einem jedenin die Arme werfen, beweist ihre tiefe Skla-verei, daß selbst Frauen, wenn ihre jugendli-chen Reize und ihre Fruchtbarkeit zu verschwin-den beginnen, ihren Männern jüngere Wei-ber zuführen, und als Sklavinnen derselbenalle schwere Arbeiten des Hauses verrichten.
Von allen sibirischen Weibern unterschei-den sich ihre Schwestern in Kamtschadka aufdas auffallendste dadurch, daß sie nicht alleinin einer weit geringern Abhängigkeit von ih-ren Männern leben, sondern sogar eine ge-wisse Herrschaft über diese ausüben. Der Va-ter verheiratete seine Tochter nicht ohne ihreEinwilligung; der Mann theilt alle Lastendes häuslichen Lebens mit seiner Frau, undso lange diese noch seine Ehegcnossin ist, mußer seine verliebten Abentheuer sorgfältig vorihr verbergen, wenn er nicht, wie durch