6] 7[ J
Statt Costantz und Lindau/ deß Berghauses Hohen- Twiel/ oderanderer Plaßen an dem Rhein undBoden- See bemächtigen/ oderan und bey demselben neue Bestungen zu unserer Einfangung undAufhaltung der Lebens Mittel aufbauen? Sie haben ja nichtUrsache das Reich/ und darzu die uns benachbarten KayserlichenStätte/ Paffe/ und Vestungen so feindlich anzugreiffen/ und hiemit den eydlich versprochenen Stillstand der Waffen so unverantwortlich zu brechen. Man sihet ja gar wohl/ daß etwas anders darhinder verborgen/ und daß man aufeine Zeit nicht so vastden Kayser seiner Grant- Stätten zu berauben/ als uns Endgnossen noch enger einzuthun bedacht. So lasset uns dann nichtschlaffen/ ihr redliche Lands- Leuthe/ sondern die Augen rechtaufthun/ und wachtbar seyn/ so lieb uns unsere Freyheit und Wolfahrt ist; und so die meineydigen Franzosen sich nicht scheuen dasbenachbarte Land vor unsern Augen zu verhergen/ und zu brennen/ wordurch sie unserm Batterland eine schwere unvermeidliche Theurung verursachen/ welches vil drger ist/ als griffen sieuns selber mit offentlichem Krieg an: ja/ wann sie endlich gar dieGrant Plaze anfallen/ und sie under ihre Gewalt setzen wollen/worzu schon alle Bereitschaft gemacht ist: So ergreiffen wir/als recht artige Nachkommen unserer Helden- mäßigen Altforsdern/ welche die Unschuldigen allezeit gern gerettet haben/ inGOttes Nahmen die Waffen/ und kommen den Nachbarn und unsselber zu Hülffe: Lassen wir uns doch nicht gar in den Sack hineinjagen. Da ja besser ist allem Ubel vorzukommen/ als uns selbstenund unsere Nachkömmling vorkommen zu sehen. GOtt wird un-fere gerechte Waffen segnen/ und alle redliche Gemüther werdenunsere Thaten bis an den Himmel erheben.
II.
Ich schreite nun zu dem andern Haubt Theil/ und sage/ daßben solcher Beschaffenheit kein Orth noch Stand der Eydgnoß-schafft dem Franzosen Werbungen gestatten/ oder zusehen könne/daß ihm einiger Mann zugeschaffet werde. Wir haben vorhererwogen, wie es ein so weites und gefährliches Ab- und Aussehen