Das eigentliche Lithauen bestand aus den Wopwvd-schaften Troki und Wilna .
Die Behauptung des lithauischen Geschichtsschreibcrs Ko ia-lowicz, dasi um's Jahr 900 eine italienische Kolonie in Li thauen eingewandert sey, erhalt durch die Namen bürgerli-cher Familien, wie Junius, Lucius rc., und durch man-che lateinische Wörter in der Sprache, Wahrscheinlichkeit :gewiß aber beginnt Lithauens Geschichte mit den Heru-iern, welche sich an der Ostsee ausbreiteten.
Anfangs von den Russen unterjocht, machte es sich imzwölften Jahrhundert nicht nur frei, sondern sogar denselbenfurchtbar, und wurde nun ein Damm gegen die tarta-risch - russische Macht.
Die unzertrennliche Verbindung Lithauens und Polens be-festigte schon Jagellon, als er 1586 den Thron der Pia-sicn bestieg. Sie knüpfte sich immer fester durch den H v-rvd loer - Reichstag (1415), auf welchem beide Völker inBezug auf Aemter und Gesetze gleichgestellt wurden, die Er-neuerung dieses Vertrags 1496, bei der noch weiter festgesetztwurde, daß die Lithauer ihren Großfürsten nicht ohne Zu-stimmung der Polen , und die Polen ihren König nicht ohneZustimmung der Lithauer wählen sollen, bis die beiden Völ-ker sich unter Sigismund August 1569 völlig vereinigten.
Von jeher gaben auch die Lithauer bei jeder Gelegenheitdie überzeugendsten Beweise ihrer Hingebung an die polnischeSache: 1788 opferten sie ihr selbst die Privilegien auf, diesie bisher noch mit Hartnäckigkeit behauptet hatten; zeichne-ten sich während der glorreichen Barer Conföderation 1763bis 1772 , unter Kosciuzko 1792 bis 1794 aus; fielenund liegen mit den Polen unter denselben Trümmern be-graben.
Und mit dem Wunsche der Wiedervereinigung wandten sieam 24. Mai 1829 , dem Krönungstage Nikolaus l., zumletztcnmale hoffnungsvoll ihre Blicke nach Warschau ; dochvergebens —! Noch einmal rührte sich, bei Polens letztem