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gelangen könnte. Er wollte die Vortheile der Uebcrraschung ge-winnen, die Vcrtheidigungsmittcl unserer Feinde lahmen, undsich der unermeßlichen Hülfsquellen bemächtigen, die unsereGewaltbcrrschcr nur bereitet zu haben schienen, um uns einenAusstand leichter zu machen - welcher vermöge seiner Stärkeund Ausdehnung niemals vielleicht in den Annalen der Welt-geschichte Seinesgleichen gehabt hätte.
„Die polnische Armee, sprach er, 50,000 Mann stark, istalso eingetheilt: Ein Drittel liegt in Garnison zu War schau , ein anderes Drittel besetzt das linke Weichselnfer miteiner Kavalericdivision, Jäger, deren Kantvnirungen sich biszu den Gränzen des Herzogthums Posen erstreckt«; dasletzte Drittel steht auf dem rechten Weichseluser mit einerKavalericdivision Lancier's, welche von Siedlce bis Za-niosc kantonirt ist, und beinahe die russisch-polnischen Gren-zen und den Bug berührt; die Offiziere sind zum Theil in dieVerbindung aufgenommen, und der Patriotismus der Andernist nicht zweifelhaft.
Eine einzige Division russischer Garden, 7000 Mann stark,mit 21 Kanonen, befindet sich in Warschau und der Umge-gend; aber, umzingelt von unserer Armee, wird sie uns umso weniger Widerstand leisten, als die eingereihten Soldatenalle Einwohner der abgerissenen Provinzen sind, folglich mehrgeneigt, uns beizustehen, als gegen uns zu kämpfen.
Es ist bei der von unsern Truppen eingenommenen Stel-lung leicht abzusehen, daß eine aufrührerische Bewegung,welche zu Warschau ausbricht, sich in 48 Stunden in derganzen Armee verbreiten muß, und daß die aus dem rechtenund linken Weichselnfer kantonircnden Divisionen in einigenTagen die Gränzen des Königreichs Polen überschreiten, undsofort die benachbarten Provinzen gewinnen können.
Die Russen werden uns nicht nur hinreichend Waffen,Munition und Kanonen liefern, sondern sogar die Stel-lung ihrer unsern Gränzen allernächst postirteii Heeres-