keine Schranke zwischen uns und ihm bildete. Schon flohenviele Leute, von Schrecken ergriffen, nach allen Richtungenhin. Lindere überließen sich bei dem Gedanken an einennahen Einzug der Russen in Warschau der heftigsten Ver-zweiflung. Endlich beeiferten sich geheime Sendlinge vonDiubitch, die traurigsten Gerüchte über den Stand der Dingezu verbreiten.
Indessen wachten die Mitglieder der Regierung und desReichstags, getreu ihrer Pflicht, alle zumal über das Wohldes gemeinen Wesens. Am 26. Februar, Morgens 5 Uhr,versammelten sich die Präsidenten der beiden Kammern unddie Rcgierungs-Mitglicdcr zu einer Berathung mit den Mi-nistern und den ausgezeichnetsten Generalen. Drei Fragenwurden hier erörtert:
1) Was ist die Ursache des befremdenden Ausgangs derSchlacht bei Praga?
2) Wie soll man dem Uebel abhelfen?
z) Wen muß malt zuin Obcrgencral ernennen?
Seit dem Anfang der Sitzung fand sich Skrzynccki vonjener hohen Achtung umgeben, welche ihm sein glänzendesBetragen in den letzten Kämpfen erworben hatte. Ucbcr-zcugt, wie er war, von dem Drang und der Wichtigkeitder Umstände, sprach er mit einer Wärme und einem Selbst-vertrauen, welche jedoch nicht seiner gewohnten Haltung imLeben angehörten.
„Wenn wir den Sieg nicht davon getragen haben, riefer, so muß man dieß allermeist dem Umstand zuschreiben,daß das Erlengehölz nicht kräftig genug vertheidigt wurde;man hatte hier eine allzuschwache Truppcn-Abthcilung auf-gestellt. Außerdem, fügte er bei, herrschte kein Einklang inden Bewegungen der Armee, welche gegen das Ende derSchlacht gar keinen Anführer mehr zu haben schien. DieChefs der verschiedenen Corps erhielten keine Befehle mehr."
Alsdann erwiederte Radziwill, daß er demungcachtet einenfeiner Adjutanten beauftragt hätte, ihm Befehle zu über-