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Zweiter Band.
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solchen Umständen scheint es zuerst, daß Di^bitch den amEnde des ersten Bandes vorgezcichncten Plan hatte in Aus-führung bringen, das heißt, oberhalb Warschau über dieWeichsel sehen und gegen die Hauptstadt vordringen können.Betrachtet man jedoch, daß seine Streitkräfte noch mehrgeschwächt waren, als die der Polen , daß die FortschritteDwernickis und die Vereinigung von mehr als 7000 Krie-gern unter seinen Befehlen, wenn diese dem innern Landezu Hülfe gekommen wären, den Feldmarschall genöthigt hät-ten, gegen Kozienice, wo sich Dwernicki befand, und gegenLowicz , wo die Reserven der Reiterei standen, eine Abthei-lung von ungefähr 10,000 Mann zur Bedeckung seines Nach-zugs abzusenden; erwägt man ferner, daß die Gegenwarteines polnischen Korps in Kozienice ihm nicht gestattete,seine Operationslinie übcrPulawp auf Uscilug zuziehen, daßer dieselbe aus dem rechten Weichselufer über Siedlce oderLublin hätte erhalten, folglich eine Abtheilung vor Pragazu ihrer Deckung hätte stehen lassen müssen: so wird manüberzeugt seyn, daß seine Streitkräfte nicht zahlreich genugwaren, um das entscheidende Manövre auszuführen, dessenHauptbewegungen wir so eben angegeben haben. Dann hingAlles von einer vor den Thoren Warschaus geliefertenSchlacht ab, und in diesem Fall waren ihm die Umständemehr ungünstig als vortheilhaft.

Wenn einige Unordnung in der polnischen Armee herrschte,die unvermeidliche Folge eines so blutigen Tages, als dervon Praga war: so muß man sich erinnern, daß die russi-sche Armee noch schlimmer zugerichtet, in keinem bessernZustand war; daher hätte Diobitch eine schwere Unklugheitbegangen, wenn er den Weichscl-Uebcrgang unmittelbar nachder Schlacht vom 25 . bewerkstelligt hätte.

Am 2. März vereinigte sich die dritte Grenadier-Divisiondes Korps von Szachoffskvi, welche auf dem Weg von Ostro-lenka anlangte, mit dem Hauptheer; aber der MarschallDiebitch glaubte sich damals verbunden, 9000 Mann zur