Band 
Zweiter Band.
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die Garde war daS einzige Korps, welches, um die MitteAprils, mit dem Heere von Diübitch hätte opcriren können.So ungeduldig dieser auch seyn mochte, sie mit sich verei-nigt zu sehen, so glaubte er sie doch nicht erwarten zu müs-sen, sondern zog mit seiner Hauptmacht an die Mündungdes Wieprz, in der Absicht, dort den Uebcrgang über dieWeichsel zu versuchen und die Offensive wieder zu ergreifen.

Dieser Entschluß war um so befremdender, als Divbitchseinen Marsch auf grundlosen, von Regengüssen überschwemm-ten Wegen ausführte, so daß er genöthigt war, 12 bis 15Pferde an seine Stücke zu spannen, als er weder die Zer-splitterung seiner Strcitlrästc in Berechnung zog, noch dieGefahr, worin sich das vor Praga gelassene Korps befand,von der an Zahl so sehr überlegene» polnischen Armee er-drückt zu werden, welche auf der beschlagenen und gut er-haltenen Straße von Siedlce ohne Schwierigkeit vperirenkonnte. Dieser militärische Fehler läßt sich nicht anderserklären, als aus der Furcht des Dißbitch, er möchte sichdurch seine lange Unthütigkeit die Unzufriedenheit seinesSouveräns zuziehen, und der Nothwendigkeit, den bestimm-ten Befehlen des Selbstherrschers zu gehorchen, der, mitdem Zustand des Heers unbekannt, sich entrüstete, sehen zumüssen, daß ihm der polnische Aufstand so lange die Stirnebiete.

General Skrzynecki war vollkommen von dieser Lage derSache und der Stellung des Feindes unterrichtet. Da erferner wußte, daß noch am Tag des zi. März die Nachhutdes Diübitch Siennica verlassen sollte: daß er 'selbst mitseinen 42 ,u»o Mann in dem morastigen Terrain, das jeneGegenden bedeckt, sich versenkt fand, endlich, daß Geismarund Rosen allein den Kampf annehmen können: so zauderteer, nach Zurückberufung seines rechten Flügels, den er längsder Weichsel gegen Kozienice ' hin ausgebreitet hatte, nichtlänger, gegen sie zu marschiren.

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