Band 
Zweiter Band.
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irgend eine Bedingung unterwerfen, weiß die polni-sche Nation, daß Eure Majestät allein im Stande ist, dasVergangene vergessen zu machen, und die tiefen Wunden zuheilen, welche mein Vaterland zerrissen haben.

Warschau , den 7 . September 18 L 1 , um 6 Uhr Abends.

Unterz.: der Graf Krukowiecki , Infanterie-General,Präsident der National-Regierung."

Die Beamten hatten sich alle von Krukowiecki entfernt,sie hatten ihre Burcaur verlassen, und der General Lcwinski,welcher damals die Geschäfte eines Eencralstabs-Chefs der Ar-mee verrichtete, war genöthigt, den Brief abzuschreiben.

Gegen 9V2 Uhr Abends kam Malachowski vom Schlacht-feld zurück, wo er beständig den größten Gefahren getrotzthatte. Er äußerte vei einer großen Zahl von Landboten , welcheer mit dem Reichstags-Marschall in dem Regierungspallastversammelt fand, daß der letzte Festungskreis der Stadt nochnicht erbrochen, und die Vertheidigung nicht ohne alleHoffnung sey; da aber Krukowiecki den Rückzug auf Pragabefohlen habe, so könne man für nichts mehr stehen. DieLandboten befahlen nun Malachowski ausdrücklich, obschonsie nicht in den gesetzlichen Formen versammelt waren, in-dem sie jetzt dem Dränge der Begebenheiten gehorchten, denOberbefehl der Armee zu übernehmen, und unabhängig vonKrukowiecki zu handeln, so oft er es für angemessen erachte.

Der furchtlose Veteran wollte zuerst die Offensive ver-suchen; aber bald brachten ihn die Rathschläge derjenigen,welche ihn umgaben, zu andern Entschlüssen; er entschiedsich für den Rückzug, indem er vor dem Feind eine hinläng-liche Truppenzahl ließ, um die Bewegung zu verbergen. Zugleicher Zeit gab er Befehl, die Kriegsvorräthe des Ar-senals auszuräumen, aber man konnte nur einen ziemlichschwachen Theil davon mitnehmen.

Es schien unmöglich, sich in der Stadt zu halten. Ra-mvrino war zu entfernt, der Wall und die Verrammlungenvou Warschau waren zu schwach, um einen ernsthaften An-