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Meissnische Land und Berg Chronica : in welcher ein vollnstendige Description des Landes, so zwischen der Elbe, Sala und südödischen behmischen Gebirgen gelegen, so wol der dorinnen begriffenen auch anderer Bergwercken, sampt zugehörigen Metall und Metallar Beschreibungen ... / gestellet durch Petrum Albinum ...
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217
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Der XVI Tittel.217Eh kan aber nicht vmbgehen/ nachmals wider zuerinnern/ das inangezogenem Lehenbrieff stehet: Die Pfaltz Hauß vnd Stad Alsted/ welcheswider vnser opinion sein würde/ da wir zuuor geschlossen/ weil die Pfaltz Ty-ringen/ nach etlicher meinung/ auff Alstad stehet/ es würde dieselbe in der PersonHenrici des Erleuchten sampt der Landgraffschafft Tyringen an vnser Landesfür-sten kommen sein/ vnd hernach sampt der Chur die Pfaltz Sachsen, so auff Schar-tow bey Magdeburg sol gestanden sein.E ist aber gewis das ein Pfaltzgraffschafft/ so man zu Sach-sen genant/ von den Graffen zu Gossigk/ welche an der Tyringischen Grentze gewo-net/ auff die alten Landgraffen kommen/ vnd dannen an Heinrichen MarggraffenMeysen/ sampt der Landgraffschafft/ daher sich seine Nachkommen aüch Pfaltz-griffen zu Sachsen geschrieben, vnd dieselbe ohn zweiffel behalten.So haben ja hernach die Churfürsten zu Sachsen/ aus Anhalti-schen Stamm/ wegen der Pfaltz Sachsen, den gelben Adler im blawen Schild ge-ühret/ welcher denn zur rechten Sächsischen Pfaltz itzt referirt wird/ vnd nicht zurTyringischen. Derwegen ich noch bey der vorigen meinung bleibe bis ich besservnterrichtet werde. Es kan das wörtlein Alstad vieleicht als eine außlegungdes orts stehen/ können auch vieleicht alle beyde Pfaltzen ersimals eine gewesen/ vndhernach also wider mit einander vermischet, oder alle beyde auff Alsted/ als dannendie andere bey Magdeburg vieleicht hergenommen/ referirt worden sein/ oder wie essonsten hierumb mag sein geschaffen gewesen/ denn ich mich solches bisher noch nichterkündigen können/ welches wo es müglich künfftig geschehen vnd dauon in demCommentario de insignibus Saxonicis ein ferner bericht gegeben werden sol.Es Hertzogthumbs zu Sachsen Wapen ist/ ein gelbe Fahn/ da/ wapendenDrunnen fünff schwartze Balcken/ darüber ein grüner Rautenkrantz vber ecke Hertzog-thumbs zuSachsen.Wiees seinen vrsprung genommen/ haben wir in jetzt angezo-gezogen.genem Commentario erkleret/ vnd ist etwas bey Brotusto in der Anhaltischen Chroni-cken/ auch beym Crancio lib. 9. cap. 19. lib. 8. cap 28. Item Fabricio/ von den Chur-Denn Brotusius schreibet denfürsten zu Sachsen/ Wiewol sie nicht eins sein.anfang Alberto zu/ Crancius/ Spalatinus vnd Fabricius Bernhardo seinemVater/ dauon wir in angezognem Buch mehr zusagen haben.Wapen derDEr Chur Sachsen Wapen ist ein Fahn so oben schwartz vndunten weis/ darinnen zwey rote Schwerter vberschrenckt/ hieuon ist in den alten Rei-Chur zu Sachmen:Zwey Schwerd das Warschalkampt bedeutn/Wie alt solchDie Wendischen Veyden auszureutn/ etc.Wapen sey/ were zum theil hieraus abzunemen, Nemlich das es zu der zeit/ ehe mandie Wenden so noch Heyden gewesen aus der gegent vmb Sachsen vertrieben/ denndazumal regierenden Fürsten zu Sachsen gegeben worden/ Aber ich finde solches inden alten Siegeln nicht, aus welchen offenbar, das Rudolphus I. vnd II. welcherDiplomata ich eigentlich besehen/ mir den Rautenkrantz vnd die insignia der Graff-schafft Breue geführt, wie denn auch keiner im Anhaltischen Stamme sich Chur-fürst/ sondern Oberster Marschalk oder Ertzmarschalk/ etc. geschrieben/ Deßglei-chen ich auch im Brandeburgischen Stamm gemärcket/ das Albertus mit dem Zu-namen Achilles zum ersten das wort Churfürst im Titel gebraucht, da sich seineVorfahren Obriste Kommerer oder Ertz Kammerer geschrieben, Vnd ist fast soviel abzunemen/ das die Tittel des Obersten Marschalks/ Kafferers vnd andre/ auchumb die zeiten Caroli IIII. oder ja vmb das 1330. Jar allererst in schwanck vndbrauch