See wurden Stanzstaad und Alpnach in Unterwaldcn,unter Befehl des Altlandammann Hans Wir; in wehrhaftenStand gesetzt; eben so Fluelen in Ury, wo der PannenHerr von Attinghausen das Kommando führte/ und Brumncn im Lande Schwyz . Der greise Rudolf von Redingleitete hier die Vertheidigung und mahnte die Bundesgenossenzu Hülfe / weil die Gemarken dieses Standes/ gegen Zug undAegery / am meisten bedroht waren.
Eine starke Lehemauer oder Befestigung/ welche in derMitte des dreizehnten Jahrhunderts gebaut worden seyn soll/und wovon jetzt noch die Thürme vom Rothenthurm undSchornen/ so wie hier und da bemooste Mauerreste sichtbarsind/ umschloß damalen die wundbare Strecke des Schwy'zergebiets. ES wird gesagt/ daß dieselbe/ von dem düsternThal der Sihl / über den Sattel bis an den Rigi ausgedehntwar. Dieselbe wurde bewehrt und Besatzungen in die Wart-thürme gelegt; doch ungewiß / welchen Weg der Heerzug ein-schlagen würde — ob längs dem Zugersee/ über St. Adri an ? — längs dem Aegerysee/ gegen Sattel? — oder vonAegery gegen den Rothenthurm ? mußten sie ihre Mannschaftbei Arth / bei der Schornen und bei St. Jost aufstellen —also auf eine Strecke von mehr als drei Stunden vertheilen.
Ans dieser Verlegenheit wurden sie durch Heinrich vonHüncnberg / einen Edlen von Zug / der mit Schwyz befreun-det war/ gezogen. Ueber die Letzemauer bei Arth schoß ereinen Pfeil ab / worauf von seiner bekannten Handschrift dieWorte standen: „Hüttend rieh uf St. Othmars Tag/Abend am Morgarten." Frohlockend benutzte man dieseNachricht um die Kräfte zu konzentriren. Spät am Abenddes i4. WintermonatS/ als es schon dunkel war/ landeten400 tapfere Urner zu Brunnen/ unter Befehl ihres Landam-mann Werner von Attinghausen / begleitet von Wilhelm Teil;noch später 300 Unterwaldner/ die der gleiche Geist beseelte/unter ihren Anführern/ Günther von WolfenschieS für Nid-walden/ Arnold von Melchthal für Obwalden . Mit ihnenvereinigten sich 600 Mann von Schwyz / die Werner Staufa-cher befehligte/ und diese i3oo Eidgenossen zogen vereint aufden Berg Sattel/ als bereits von dem herzoglichen Heer