Band 
Erster Theil.
Seite
32
JPEG-Download
 

Z2

bewässert. In dem schönen Schlösse wosinte unser Ober-ster; er war von einem guten Freunde, den er imPreussischen Fcldzuae 1 Ü 07 kennen gelernt, dahin ein/geladen worden. Diese Bekanntschaft war für uns vonden besten Folgen. Unsere Leute hatten sich nämlich denwohlfeilen Wein etwas zu gut schmecken lassen undblieben bis über die Polizeistunde in den Wirthsbäusern.Sie wurden mit den Gendarmen, die ihnen Feierabendgebieten wollten, handgemein, prügelten sie derb durchund verfolgten sie durch mehrere Straßen bis an ihreQuartiere. Jedoch trugen auch einige der Trunkenboldeblutige Köpfe davon und wurden dadurch als Theilneh-mer des Streites erkannt. Wir hätten sie nach denbestehenden Gesehen ohne Widerrede an die Französischen Behörden zur Bestrafung ausliefern müssen, hätte sichnicht dieser Freund des Obersten für sie verwendet.

Es kam während unseres Marsches durch Frankreich öfters zu bald mehr, bald weniger bedeutenden unange-nehmen Auftritten zwischen unsern Leuren und den Ein-wohnern , wozu beinahe immer diese die Veranlassunggaben. Deßwegen sah auch unser Oberster seinen Unter-gebenen etwas nach, wenn sie sich selbst an ihren Belei-digern eine kleine Genugthuung nahmen, so sehr er auchübrigens auf strenge Mannszucht hielt. Er war keinFreund von Klagen und kannte schon auf diesen Falldie Französischen Gerichte. Sie würden zwar viel ver-sprochen, aber wenig oder gar nichts gehalten haben.Waren wir abmarschirt; so ging der Schuldige gewißsogleich wieder frei herum und lachte unserer gutmüthigenLeichtgläubigkeit. Selbst mir einem Unterpräfecten hatte