unumschränkte Gewalt über ihn; er legte die Zügel derRegierung in ihre Hände, nachdem es ihnen gelungenwar, ihm einen entschiedenen Widerwillen gegen alle Be-schäftigungen des Geistes beizubringen. War nur seineTafel, an der er, der eingeführten Sitte nach, alleinspeiste, gut bestellt; so vergaß er darüber Alles, wasnicht unmittelbaren Bezug auf seinen Magen hatte. We-niger Freund von ausgesuchten Gerichten hielt er mehrauf deren Menge. Aß er außerordentlich stark, so tranker desto weniger, und nie hat er Wein gekostet. Einesunerlaubten Genusses sinnlicher Liebe konnte ihn selbst dieVerleumdung nicht zeihen, vbschon ihm Maria Luisagegen seine Neigung angetrauet war. Seine Treue gegensie bewahrte er gewissenhaft, und es macht ihrem Ver-stände sicher keine geringe Ehre, daß sie, unter solchenUmständen, eine so überwiegende Herrschaft über ihn sichzu verschaffen wußte. Nicht so lauter sprach der Ruf indieser Hinsicht von der Königinn, bei welcher Godoynicht umsonst in Gnade stand *). Wer von beiden,diese oder ihr erlauchter Gemal, dem Günstlinge größereGunst bewies, wage ich nicht zu entscheiden. Die Kö-niginn ergötzte sein treffliches Guitarrcnspicl; mehr nochvielleicht seine angenehme Physiognomie, das schöne blaueAuge, die blendendweiße Hautfarbe, sein ganzer Kör-perbau , Fülle und Kraft verkündend. Fehlten ihmauch die Kenntnisse eines Staatsmannes; so besaß erdafür Geschmeidigkeit und Fähigkeit, durch anziehende
Darum gaben die Unterthanen dem Königlichen Paare znni Gespültebezeichnende Namen.