Band 
Erster Theil.
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bald von Neuem lustig wucherte? Adel, CleruS undbesonders der Mönche zahlloses Heer freueten sich derhergestellten Lieblingssaat. Durch Verwendung einerSumme von 45 Millionen Franken stieg aufder KöniginnWunsch und Geheiß i» Lissabon eine kunst- und pracht-geschmückte Dominieanerkirche empor. Doch des phan-tastischen Andachtsschwindels höchste Uebertreibung raubteihr endlich den Verstand.

Nun ergriff im Februar 1792 Johann, ihr Sohn,als Prinzregcnt die Zügel der Regierung, dle er seitseiner Mutter Tode (1816), unter dem Namen Johannsdes Sechsten, als König von Portugal, Brasilien undAlgarve halt. Aber auch ihn hat die Geistlichkeit mehr,als seines Volkes eigentliches Wohl es erheischen dürfte,in ihrem Dienste. Kleinliche Beschäftigungen, dieweder Religion noch Bürgcrglück zu fördern geeignetsind, nahmen früher seine Zeit in Anspruch, und derMönche Macht üble auf sein Thun und Denken zu großenEinfluß aus.

Seine enge Verbindung mit England nöthigte ihnzur Theilnahme an dem Kriege gegen die FranzösischeRepublik ; aber besorgend, seinen Sechandel gänzlich zuGrunde zu richten, die Staatskassen noch mehr zu er-schöpfen, und vom nachbarlichen Spanien , das hierzudurch Frankreich gezwungen war, mit Feindseligkeitenbedroht, erklärte er schon 1796 seine Neutralität undschloß ein Jahr später mit Frankreich Frieden. Doch17 99 brach er denselben wieder, mit England und Ruß-land in ein Bündniß tretend. Hierauf mußte er 1801von Spaniern und Franzosen sich angegriffen sehen.