von der ringf örmigen Sonnenßnsternifs am j. Sept. 1820 . 93
aus in der Scheibe eine Zeitlang fortschreitend erscheinen, indem er auf demWege von S nach R in die Mondatmosphäre oder deren stärker brechendeSchichten geht und durch dieselbe sichtbar bleibt. Ist er bis nach S fortge-rückt, so kann er abermals im Augenblick des Verschwindens und kurz vor-her wieder an dem scheinbaren Mondrand nach TR gesehen werden. Diesesonderbare Erscheinung erklärt was wohl bei Bedeckungen nicht sehr glän-zender Sterne bemerkt wird, dafs sie am Mondrande ein paar Sekunden vordem Eintritt sich den Augen entziehen und dann wieder einen Moment her-vorblicken. Es mufs also ein scheinbares Entfernen des Sternes vom Mondeoder vielmehr ein Rückgang desselben auf der Scheibe nach dem scheinba-ren Rande hin statt finden.
Um diese Erscheinungen etwas näher zu erörtern werde angenom-men , a sei die scheinbare Entfernung eines Sterns vom scheinbaren Mond-rande, in einem Moment wo der Lichtstrahl vom Sterne zum Beobachternoch weit genug vom Monde vorbei geht, um von seiner Atmosphäre nichtberührt oder nicht gebrochen zu werden; auch sei a der Winkel um wel-chen dem Beobachter der Mondhalbmesser ohne seine Atmosphäre kleinererscheinen müfste. Nun bewege sich der Mond gegen den Stern um denWinkelm, ist dieser grofs genug, so dafs der Lichtstrahl vom Sterne, dervorher ungehindert zum Beobachter gelangte, nun von der Mondatmosphäregebrochen, ihm vorbeigeht, so wird ein vom Stern ausgehender, weiter vomMond entfernt, sich finden, welcher durch die Refraktion zu ihm kömmt;diese sei s, welches also die ganze Gröfse der Ablenkung des Lichtstrahlsdes Sternes von seiner Richtung ist vor und nach dem Durchgänge durchdie Atmosphäre, oder die doppelte Horizontal-Refraktion in der Mond-atmosphäre für die Höhe in derselben, in welcher gedachter Lichtstrahldem Monde am nächsten kommt. Diese Höhe ist, so wie auch s eine Funk-tion von a-J-ct—m, man könnte auch sagen von m als die einzig veränder-liche Gröfse unter den dreien. Gesetzt aber s = f(a-|-a — m), so wird füra-f-tt — m = o, fo = r die doppelte Horizontal-Refraktion an der Oberflächedes Mondes selbst sein. Auch ist r gröfser als s, und diese Funktion wächstalso mit m so lange a-{-a — m nicht negativ wird.
Nachdem der Mond sich um den Winkel m bewegt hat, ist die schein-bare Entfernung zwischen dem Mondrand und dem Sterne
e = a — m -f- s
also nähert sich der Mond dem Sterne langsamer als er sich bewegt.