(j42 II. Kap. l>ie ital. bild. Kunst im 15. Jalirh. — li. Malerei.
Behandlung in ein völlig handwerksmässiues Wesen über; Peru -gino bildet die Typen eines innerlich bewegten Gefiibles äusser-lich conventioncll nach und bringt sonnt, in den hiehergehörigenWerken, eine sehr unerfreuliche Wirkung hervor.
An Perugino scldiesst sich eine bedeutende Anzahl von Ge-hiilfen und Schülern an, welche seine Darstellungsweise mitgrösserem oder geringerem Talent aufnahmen. Manche von die-sen gingen in späterer Zeit jedoch zu jener frei ausgebildetenRichtung der Kunst über; unter ihnen der vorzüglichste ZöglingPerugino’s , Raphael Santi , dessen höhere Entwickelung zu-gleich auf die seiner Schulgenossen mannigfach nachwirkte. (Vonden Werken, die er in der Richtung des Perugino geliefert hatund die zu den anmuthigsten ßlüthen der umbrischen Schulegehören, wird weiter unten, bei der Betrachtung seiner selbstän-digen Thiitigkeit, die Rede sein.) Nächst Raphael sind hier vor-nehmlich hervorzuheben: Andrea di Luigi aus Assisi , ge-nannt l’lngegno, mehr Gehülfe und Mitstrebender als Schülerdes Perugino, dem letzteren sehr verwandt, doch mehr monotonim Gefühle; eigentluimlich ist ihm eine grössere Derbheit in derKopfbildung seiner Gestalten. Als Hauptwerke, die man ihm mit'Wahrscheinlichkeit zuschreibt, sind zu nennen: eine sehr ausge-zeichnete Madonna in der Kapelle des Conservatoren-Pallastesauf dem Kapitol zu Rom ; eine sehr ähnliche über dem Thor S.Giacomo zu Assisi ; ein kleines Madonnenbild im Kloster S.Andrea zu Assisi . — Bernardino di Betto aus Perugia , ge-nannt il Pi n tu r icchio, ebenfalls mehr Gehülfe als Schüler;dem Perugino an Zartheit und Innigkeit sehr nahe stehend, ver-fällt er doch häufig, zumal in späterer Zeit, in oberflächlicheManier. Zu seinen besseren Arbeiten gehören zunächst mehrereFresken in Rom : in einer Kapelle von S. M. Araceli (Geschichtedes h. Bernardin von Siena ) und in der Tribuna von S. Crocein Gerusalemme sowie diejenigen im Dom von Spello . (Ge-ringer sind diejenigen in S. Maria del Popolo und in den Zim-mern des Appartamcnts Borgia, im Vatican ). Dann ein höchstvollendetes Madonnenbild in der Sakristei von S. Agostino zuSan Severino und die Tafeln eines ähnlich gediegenen Altarwer-kes in der Akademie von P e r u g i a. Ein umfangreiches undsorgfältiges Werk sind sodann die Fresken aus dem Leben desPapstes Pius IT. in der Libreria des Domes von Siena , darunterzwei nach Zeichnungen Raphaels ausgeführt (um 1503). 1 —Gleichfalls sehr bedeutend ist Giovanni, genannt lo Spagna(der Spanier); mehrere Arbeiten seiner Hand, die sich zuTrevivorfinden (namentlich in und au S. Martino, 1512), sowie einAltarblatt in S. Francesco zu Assisi (1516), u. A., gehörenzu den edelsten Erzeugnissen der Schule, ln späteren Werken
1 Raccolta delle piü celebri pitture esistenti nella cittä <li Siena.