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Zweiter Band.
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§. 3. Die umbrische Schule.

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erscheint er ungleich weniger bedeutend und als ein ziemlichkraftloser Nachfolger der Kunstrichtung des 16. Jahrhunderts. Unter den übrigen, nicht in gleichem Maasse ausgezeichnetenNachfolgern Peruginos ist Giannicola Manni einer der tüch-tigsten (Hauptwerk in S. Tommaso zu P e r u g i a). So auchEusebio di Sangiorgio (zwei Fresken im Kreuzgangc vonS. Damiano zu Assisi , 1507). Tiberio dAssisi, FrancescoMclanzio, Sinibaldo Ibi , u. a. m. nehmen nur eine unter-geordnete Stellung ein.

Eine verwandte Kichtung mit Perugino zeigen ferner zweiausgezeichnete Meister, die nicht in Umbrien zu Ilausc gehören.Der eine von diesen ist Giovanni Santi von Urbino , der VaterKaphaels (geb. vor 1450, gest. 1404), ein Künstler, der, zwarohne bedeutenden Schwung der Phantasie, doch durch gewissen-hafte Ausbildung, oft auch durch hohe Würde und Anmuth,wohl geeignet ist, ein hohes Interesse zu erwecken. Seine Werkefinden sich vornehmlich in der ankonitanischen Mark, an ver-schiedenen Orten verstreut. Vorzüglich bedeutend sind: eineMadonna mit Heiligen in S. Croce zu Fano ; eine Madonna imHospital bethause zu Monte fi ore ; ein Altarbild in der Pieve zuGradara (sieben Miglien von Pesaro , 1484); ein andres imI) erlin er Museum (um 1486); eine Altartafel für die KapelleBuffi in der Franciscanerkirche zu Urbino (1489, die knicen-den Donatoren stellen nicht, wie man gewöhnlich angiebt, dieFamilie des Malers vor). Das ausgezeichnetste Werk des Gio-vanni bilden jedoch die Freskomalereien in der Dominikaner-kirche zu Cagli , Kapelle der Familie Tiranni (um 1492), dieals llauptbild eine thronende Madonna mit Engeln, dann dieAuferstehung Christi und andre Darstellungen enthalten.

Ungleich bedeutender, ein würdiger Nebenbuhler des Peru-gino, ist der zweite Meister Fran cesco Raibolini von Bologna ,genannt Francesco Francia (geb. um 1450, gest. 1517). Die-ser Künstler, früher als Goldschmied und Medailleur ausgezeich-net, wandte sich erst im vorgerückten Alter der Malerei zu; aufihn scheint besonders ein Einfluss von Seiten Peruginos gewirktzu haben; zugleich aber scheint er sich, auf der einen Seite jenenLombarden, welche sich in einer gemüthlicheren Richtung be-wegten, auf der andern den Venetianern anzunähern ; den letzte-ren namentlich steht ein Bild seiner Hand, eine hl. Familie imBerliner Museum (I, Nro. 221) ziemlich nahe. Demgemässunterscheidet er sich von der schwärmerischen und oft an dasSentimentale streifenden Neigung des Perugino, nicht unvortheil-haft, durch eine grössere Freiheit und Offenheit des Sinnes. Alsseine frühsten Arbeiten bezeichnet man zwei bereits sehr voll-endete Altarbilder in Bologna , das eine (vom Jahr 1490 oder1494) in der dortigen Pinakothek, das andre in der Kirche S.Giacomo maggiore, Kap. Bentivoglj. Mannigfach andre Werke,