K O& 173
die Laͤngen der Schatten brauchen will, muß dieEbene um ihn herum groß genug haben, darauf denSchatten des Stiftes zu den Zeiten da es noͤthigiſt ganz zu bekommen. Er nmiß alſo entweder imvoraus um die Jahrszeit da er die Mittagslinieziehen will, Verſuche uͤber die Laͤnge des Schattensanſtellen, oder berechnen koͤnnen wie ſich dieſe Laͤngeetwa ein paar Stunden vom Mittage, zur Laͤngedes Stiftes verhalt. Dieſe Berechnung ſetzt ei-gentlich die Kenntniß ſeiner Polhoͤhe zum voraus,und die Polhoͤhe laͤßt ſich erſt genau beobachtenwenn man die Mittagslinie hat. Da es aber zugegenwaͤrtiger Berechnung zulaͤnglich iſt die Polhoͤ.he nur ohngefaͤhr zu wiſſen, ſo wuͤrde ſich dieſelbedurch Beobachtung des Polarſterns gar leicht ſoweit finden laſſen. Er iſt etwa 2 Gr. vom Pole,und wenn man nur nicht ſeine geringſte Hoͤhe ſtattder groͤßten, oder umgekehrt naͤhme, und das iſtleicht zu vermeiden ſo wird man mit einem maͤſſigenQuadranten, die Polhoͤhe genauer als zu gegenwaͤr—tiger Berechnung noͤthig waͤre finden koͤnnen. Weraber kein Werkzeug hat Hoͤhen der Sterne zu meſ—ſen, der wuͤrde freylich ſich wegen der Länge desSchattens durch Verſuche helfen muͤſſen.
74. Mit einem Quadranten der nur gut genugwaͤre gleich groſſe Hoͤhen, auf beyden Seiten derMittagsflaͤche zu nehmen, lieſſen ſich die Schattenſo brauchen: In dem Augenblicke da die Sonneeine gewiſſe Hohe vormittage hatte, muͤßte die Lagedes Schattens bemerkt werden, wozu genug iſt ei-nen