Buch 
Geschichte der griechischen Astronomie bis auf Eratosthenes : von J.K. Schaubach
Entstehung
Seite
50
JPEG-Download
 

in einem halben Kreis ein rechtwinklichtes Drey-eck zu beschreiben* Stanley (hist. phil. in Tha*let.), auf welchen ich hier statt aller Citate ver-weise, vermuthet, dafs der Ausdruck in, einemhalben Kreise willkührlicher Zusatz sey, unddafs der pythagoräische Lehrsatz gemeynt unddem Thaies beygelegt seyn könne. Hierher ge-hört endlich auch noch Thaies Verfahren, dieHöhe einer Pyramide zu messen. Nach Hiero-nymus bey Laertius (I, 27) soll er sie durch denSchatten gefunden haben, wenn derselbe dieGröfse des menschlichen Körpers hatte, undPlinius (I, 56, 17) sagt fast dasselbe. Genauergiebt das Verfahren Plutarch an. Er erzähltziemlich (conv. sept. sapient.), dafs Thaies einenStock am Ende des Schattens der Pyramide ge-stellt habe. Dadurch w ären zwey ähnliche Drey-ecke entstanden, wodurch man natürlich ausdem Verhältnisse der Schattenlängen auf die Hö-hen der Körper selbst sehliessen konnte. Andieser letzten Nachricht w'äre nichts zu tadeln,wenn man sich aufPlutarchs Aussage allein ver-lassen dürfte. Es könnte indessen leicht seyn,dafs er Thaies Verfahren verschönert und ver-vollkommnet habe. Wenn man nemlich diebeyden andern Nachrichten recht untersucht,so sieht Thaies Methode einem ersten rohen Ver-suche