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Inn gen beybehielt, wie er durch Sokrates znmStudium der Philosophie geführt wurde. Aucher unternahm nach Sokrates Tod Reisen undzwar auch nach Aegypten ; Aber hier scheintes, sagt Tiedemann , fand er nichts von Erheb-lichkeit, wenigstens enthalt seine Philosophienichts, was aus griechischen Quellen nicht Ab-leitung erlaubte; nur seines Geistes Ton hathöchstens durch Aegyptens Hierophanten Um-stimmung erlitten. Die Annäherung zu einemEmanationssystem, den Hang zur Schwärmereyund zu Mysterien mochte er ihnen vielleichtverdanken. Von hier gieng er nach Italien , umdie Pythngoräer kennen zu lernen. Ihre Spra-che und Denkart, welche mit der Aegyptisehenviel ähnliches hatte, mufste bey einem Kopfe,wie er, und bey einer Stimmung, wie die sei-nige, sehr leicht ansprechen. Seine übrigenLebensumstände gehören nicht hierher. Dafser auch die älteren griechischen Systeme, wasdie Lehre von der Welt betrift, benutzte, sietheils zu widerlegen theils zu vervollkommnensuchte, scheint mir so ziemlich ausgemacht, be-sonders aber dünkt mich, geht er im Timäus,und überall sehr deutlich darauf aus, die Be-griffe des Parmenides und der Pythagoräer miteinander zu vereinigen. Von seinem Lehrer
O Sokra-