Dom Recognoseiren. ;;
§- 2i. Da zuweilen ein feindliches Corps sich ein oderetliche Meilen weit von uns postiert, und weder der Ort, nochdie Entfernung desselben , sogleich zu erfahren ist, so darfman nur auf dessen Sperr r(ketrsit) Schuß genau acht ge-den , um die Weite des Ortö, wo er geschiehet, zu bestim-men, (wenn man nemlich den Blitz davon sehen kann.) Eshat die Academie der Wissenschaften zu Paris verschiedeneVersuche, in einer Weite von 146z b französischen Ruthen,angestellet, und gefunden, daß der Schall sowohl bey Tagals Nacht, bey hellen und regnerichen Wetter, l?Z fran-zösische Ruthen, in Zeit einer Secunde, durchlaufe, unddaß sogar der heftigste Seiter^-Wind hierinne keinen Unter»schied mache. Hingegen, wenn der Wind mit dem Schal-le in einerley Linie oder Richtung gehet, so wird die Ge-schwindigkeit des Schalles schneller, oder langsamer, nach-dem der Wind stark oder schwach, mit oder gegen dem Schallist. Auch im letztem Falle ist die Geschwindigkeit desSchalles immer noch zu berechnen: Denn ich darf nur innemlicher Richtung von einem Orte, dessen Weite mir genaubekannt ist, ein Stück abfeuern, oder eine Raquette steigenlassen, und nach einer Secunden. Uhr genau sehen, in wel-cher Zeit, nach aufgegangnem Blitz, (§. 26.) ich den Knallhöre, so habe ich einen neuen Maaßstab, nach welchem ichdie verlangte Weite messen kann, (und wenn ich wissen will,nm wie viel der Wind die Geschwindigkeit des Schalls ver-mehret oder verspätet, so darf ich nur von das Ge-fundene abziehen, oder dazu addiren.)
Dieses also vorausgesetzt, darf man nur mit einer Se-kunden -Uhr genau auf den Blitz, oder Rauch des Sperr«Schusses, Achtung geben, und die Secunden bis zum Knallezahlen, diese alsdann mit 17 (wenn nemlich der Windnicht in nemlicher Richtung gehet) multipliciren, so bekommtman die Weite sehr genau. Man kann auch auf diese Arterfahren, wie weit ein Corps, welches zu uns stoßen, odereine belagerte Festung entsetzen sott, entfernet sey, da man