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Unterricht für die Officiers, die sich zu Feld-Ingenieurs bilden, oder doch den Feldzügen mit Nutzen beywohnen wollen, durch Beyspiele aus dem letzten Kriege erläutert, und mit nöthigen Plans versehen / von Johann Gottlieb Tielke
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Den Marsch anzugeben und zu führen. 25

.§» 39. Auf die Führten muß man sich bey Flüssennicht zu leicht verlassen, weil sie durch Aufschwellung desWassers, oder auch von Feinden, leicht verderbet werdenkönnen; Man thut dahero besser, man schlagt auch nochDrücken, da man denn, wenn die Fuhrt gut geblieben, sichihrer immer noch, mit den Brücken zugleich, bedienen, und:geschwinder übersehen kanp.

H. 40. Wenn man in der Geschwindigkeit, und ohnemit dem gehörigen versehen zu seyn, eine Passage oder Brü,cke über einen Fluß, (der nemlich nicht allzubreit ist,) oderüber einen Bach machen muß; so dienen die nächsten Bäumehierzu am besten. Wenn bloß Fußvolk darüber gehen soll,welches man Laufbrücken nennet, so dürfen sie nicht starkseyn, und man kann aus dem nächsten Dorfe Pfosten oderKreter nehmen; letztere muß man gedoppelt legen, weil siesonst zu sehr schwanken. Man kann sie auch mit Rasen be-rgen, da sie denn noch besser halten, und die Leute nicht falsid", welches bey bloßen Bretern, wenn sie naß werden, leichtgeschiehet. Sind keine Pfosten oder Breter vorhanden,so Macht man sie von dünnen Schälhölzern. Man legt nein«,iich zwey, drey oder vier Baumstämme, welche nicht starkseyn dürfen, überS Wasser, in gleicher Weite, einen nebenden andern, befestiget sie auf beyden Seiten mit Pflöckenund Pfählen, welche, wenn sie Haaken haben, die StangenNoch besser halten. Man kann dergleichen von jedem Baum«Aste, der Neben-Aeste hat, hauen. Ueber diese befestig«ten Stangen werden Hölzer oder Klöppel, die nicht überzwey bis drey Zoll dicke seyn dürfen, der Quere nach, hartan einander gelegt, und die ersten und letzten gleichfalls an«gepflöckt, damit sie nicht weichen können, wodurch alle dieandern, die, darzwischen liegen, feste werden. Man kannauch oben 'über die Schalhölzer, auf jeder Seite der Brü-cke, eine Latte legen, und sie darauf befestigen, welches nochbesser verhütet, daß kein Holz ausspringen kann. Alsdennnurd die ganze Brücke mit Rasen belegt. Wenn es andersdie Umstände erlauben, muß man etliche solche Brücken ne-

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