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Unterricht für die Officiers, die sich zu Feld-Ingenieurs bilden, oder doch den Feldzügen mit Nutzen beywohnen wollen, durch Beyspiele aus dem letzten Kriege erläutert, und mit nöthigen Plans versehen / von Johann Gottlieb Tielke
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38
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z8 I. Theil. v. Hauptstück.

zu gewinnen suchen, jedoch immer in einem Zirkel-Bogen,wovon die Enden sich ans Ufer schlössen, fortrücken, umnicht in die Flänque genommen zu werden.

Erste Anmerkung.

H. 59. Dieses wird am besten geschehen können, wennman in einer Bucht, wo nemlich der Fluß einen eingehendenWinkel macht, überseht; in weichem Fall auch die Bat«terien von dem andern Ufer des Flusses das ganze Terrainbestrelchen können.

Zweyte Anmerkung.

§. 60. Da hier hauptsächlich daran gelegen, vieleTruppen geschwind hinüber zu bringen, so muß man mehrwie eine Brücke haben, wobey man sich für das Fußvolkder Faßbrücken, Pramen und Flößen bedienen kann; welcheletztem aber immer gefährlich sind.

§. 6r. So wie man in etwas festen Fuß gefaßt, mußdas Geschütz folgen, damit der Feind, wenn er sich von sei-ner ersten Bestürzung erholen, und aufs neue anrücken soll«te, gehörig Widerstand finde. Auch glaube ich, daßSpanische Reiter von Nutzen seyn würden, womit sich daszuerst herübergekommen? Fußvolk, wenigstens gegen denAnfall der Reiterey, decken könnte, weil ihr der Feind, sicheinzugraben, keine Zeit lassen wird. Ist nahe dem feindli-chen Ufer ein Wald, Dorf, Anhöhe, oder anderer vortheil-hasier Posten, so muß man ihn sogleich zu besetzen suchen.

§. 6z. Bevor nicht alle Truppen herüber, muß man,mit dem Feind Handgemenge zu werden, verhüten, ihn zwar,um Terrain zu gewinnen, mit dem Bajonet zurück treiben,aber nicht mit Fußvolk hitzig verfolgen, die Reiterey kannsolches eher thun, es muß aber mit großer Ordnung, undauf solche Art geschehen, daß sie sich, wenn sie zurück ge»trieben wird, nicht auf das Fußvolk stürze, sondern gegendie Flanque hinter selbiges zurück ziehe; denn so bald Trup-pen