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Unterricht für die Officiers, die sich zu Feld-Ingenieurs bilden, oder doch den Feldzügen mit Nutzen beywohnen wollen, durch Beyspiele aus dem letzten Kriege erläutert, und mit nöthigen Plans versehen / von Johann Gottlieb Tielke
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Vom Uebergang über die Flüsse.

pen in Unordnung zurück auf die andere gestürzt würden,so wäre alles verlohren, die fliehenden würden den Rest derArmee an Uebergange hindern, und die bereits übergesetzten» Wasser gesprengt, oder niedergemacht werden.

Auch muß man sich wohl vorsehn, daß die Brücke,wenn man sich zumal einer schon fertigen oder neugebautenhölzernen bedienet, nicht zu schwach sey, und unter der Lastbreche, welcher Zufall Carl den XII. auf der Weichsel beyWarschau beynahe das Leben gekostet hätte. *

§. 6 z. Wenn die Reiterey durchs Wasser sehen, oderschwimmen kann, ist es desto besser, wo nicht, müssen et-liche Regimenter, sobald nur 6 bis 8 Bataillons Fußvolkhinüber, gleichfalls übergehen, und den Feind zum Weichenzu bringen suchen.

Wenn sich die Armee auf der andern Seite des Flussesformiret, so kommt die Reiterey auf die Flanquen, undZwar mit denr äußern Flügel zurück nach dem Flyß gewen-det.

Erste Anmerkung.

§. 64. Gehet man vorwärts übern Fluß, so bleibetdas Gepäck und die ganze Zeug - Niederlage unter einer Be-deckung zurück, bis man festen Fuß gefaßt hat; gehet manaber rückwärts, so ist beydes das erste, was unter genüg-samer Bedeckung übergehen muß.

Zweyte Anmerkung.

§- 65. In dergleichen Fall, wenn man nemlich imAngesicht des Feindes übergehet, findet das Verschanzennicht sogleich stakt, denn entweder wird sich der Feind, wenner zumal gar zu schwach seyn sollte, zurück ziehn, oder uns,sogleich angreifen, und eine entscheidende Schlacht wagen,zu der wir auch schon vorbereitet und gefaßt seyn müssen

C 4 , weil

* Nordbergs Geschichte Carl Xll.