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Vom Uebergang über die Flüsse.
§> 8i. Bey dem Uebersetzen auf Pramen und Flößenfindet gleichfalls alles, was ich bisher gesagt habe, statt,so, daß eg überflüßig seyn würde, diesen Fall besonders ab«zuhandeln. Nur dieses will ich dabey erinnern, baß es nochgefährlicher, als vermittelst der Brücken ist; denn die Mann»schüft einer jeden Flöße ist, so bald sie hinüber, von der an-dern gewissermaßen abgeschnitten, und wenn die andernTransporte nicht geschwind genung folgen können, verloh«ren; zu dem kommt noch diese Schwierigkeit, daß eö gewis-se Kenntnisse und Geschicklichkeit erfordert, damit umzugehn,welche man bey wenig Soldaten ankrift. Hat man Ponton»niers dazu, so gehet es an; allein mit Fischern und Schiffleuten,die man etwan zusammen treibt, wird man sich schlecht hel-fen, denn sie werden auf den ersten Schuß zurück ans Landstoßen, oder wenn man es ihnen verwehren will, sich eherins Wasser stürzen, und durch Schwimmen retten, als sichdein feindlichen Feuer bloß stellen; Wenn man die Flößeaber stark und feste macht, und die Soldaten damit umzu-gehen wissen, so sind sie zum geschwinden Uebersetzen sehrgut.
§.82. Carl XII. welcher in der Kunst, über Flüsseju sehen, ein großer Meister war, hat sich meistentheils derFlöße bedient. Die seinigen bestunden aus etlichen Lagenkreuzweis über einander gelegter, zusammen gefalster undverbundner Balken, welche so groß waren, daß etliche Hun-de« Mann mit ein bis zwey Canonen sich darauf stellen undfechten konnten. Die, welche er 171z. verfertigen ließ,um übern Sund nach Friedrichshall zu gehn, waren am voll-kommensten. Sie bestunden aus vierfach über einander ge-legten Balken, nebst einem erhöhten Rande von starkenBalken, und faßten 500 Mann und 2 Lpfündige Ca-nonen.
Besonders war dessen Uebergang über die Dina deny. July 1701. sehr merkwürdig; er geschahe, in Angesichtder gegen über stehenden Sachsen, vermittelst vieler Fahr-zeuge und besagter Flöße. Das erste Fußvolk, das herüber
kam,